9:7-Irrsinn im Fritz-Walter-Stadion – Lautern wirft Elversberg trotz defensivem Chaos aus dem Pokal
Der 1. FC Kaiserslautern hat in der Hauptrunde des VDFB-Pokals ein historisch wildes Spiel überstanden. Beim 9:7-Heimsieg gegen den SV Elversberg erlebte das Fritz-Walter-Stadion eine Abwehrschlacht auf niedrigem Niveau, aber eine Offensivshow, die ihresgleichen sucht. Lautern zieht verdient weiter, zeigt aber eklatante strukturelle Schwächen gegen einen Gegner, der eigentlich nicht so nah hätte herankommen dürfen.
FCK startete wie ein Pokal-Gewitter – Elversberg antwortete trotzdem
Die Roten Teufel legten los wie die Feuerwehr:
– 7. Minute: 1:0 Eckert Ayensa
– 10. Minute: 2:0 Nmecha
Doch die Partie kippte nie in Richtung klare Kontrolle. Tosun stellte schon in der 12. Minute auf 2:1, bevor Cardona (15.) und Nmecha (19.) den Lautrer Vorsprung wieder auf 4:1 erhöhten.
Statt Ruhe ins Spiel zu bringen, öffnete der FCK die Tür wieder:
– 22. Minute: Tosun zum 4:2
– 30. Minute: Mor zum 4:3
Lauterns Defensive war in dieser Phase bedenklich offen – die SVE kam viel zu leicht hinter die Linien.
Nmecha explodiert – vier Tore bis zur Pause
Der FCK stabilisierte sich erst durch individuelle Klasse:
– 31. Minute: 5:3 Nmecha
– 39. Minute: 6:3 Nmecha (sein vierter Treffer)
Das Offensivspiel funktionierte, doch strukturell brannte es nach wie vor. Jeder Elversberger Vorstoß war brandgefährlich – ein Alarmzeichen für den weiteren Pokalverlauf.
Zweite Halbzeit: Tore im Minutentakt – Defensive bleibt ein Totalschaden
Cardona erhöhte nach Wiederanpfiff auf 7:3 (50.), doch anstatt die Partie zu beruhigen, öffnete Lautern sie erneut:
– 59. Minute: 7:4 Taibi
– 67. Minute: 7:5 Damar
Der FCK wechselte (Ljubičić für Nmecha), bekam aber keine echte Stabilität.
Rashica traf in der 74. Minute zum 8:5, bevor Batmaz erneut verkürzte (83.).
Die Schlussphase blieb absurd:
– 90. Minute: 9:6 Cardona
– 90. Minute: 9:7 Undav
Ein Spiel, das längst entschieden sein musste, wurde bis zuletzt künstlich offen gehalten.
Fazit: Weiterkommen ja – Zufriedenheit nein
Der 1. FC Kaiserslautern zieht weiter, aber der Auftritt war alles andere als überzeugend:
Stärken:
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Offensiv kaum zu stoppen
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Nmecha und Cardona auf Topniveau
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Hohe individuelle Qualität im Angriff
Schwächen:
– Defensiv nicht zweitligatauglich
– Keine Kompaktheit zwischen den Linien
– Elversberg zu häufig ohne Druck abschließen lassen
– Keine Kontrolle trotz mehrfacher Zwei- und Drei-Tore-Führungen
Lautern gewinnt, weil die Einzelspieler Übergewicht haben – nicht, weil die Mannschaft taktisch stabil war.