DAS Topspiel des 6. Spieltags




  • Ihr habt abgestimmt und in einem sehr engen Rennen fiel eure Wahl diesmal auf die dritte Liga. Der VFC Plauen empfängt den Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach und wenn man den aktuellen Tabellenstand zu Grunde legt, dann geht es hier schon um die perfekte Ausgangsposition im Rennen um den Aufstieg.

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    Dem gemeinen Westdeutschen muss man wohl erstmal erklären, wo Plauen liegt. Plauen ist eine Kreisstadt im Vogtland in Südwestsachsen, etwa auf 2/3 des Weges zwischen Chemnitz und Hof. Wirklich bemerkenswertes gibt es in der 1122 erstmals erwähnten Stadt eigentlich nicht und als bekannteste Söhne der Stadt gelten der Komiker Olaf Schubert und Fußballspieler Chris Löwe, seines Zeichens Verteidiger beim 1.FC Köln. In dieser Stadt nun ist der Vogtländische FC zu Hause, ein Club der in diesem Jahr seinen 110. Geburtstag feiert. Wirklich in Erscheinung trat der Verein aber nicht, auch wenn drei Gaumeisterschaften in den 30er Jahren zu Buche stehen. Überregional bekam der VFC erst in der DDR etwas mehr Bedeutung, denn zwischen 1952 und 1955 (als BSC Sachsenverlag und Wismut Plauen) sowie zwischen 1964 und 1973 (als BSG Wema) spielte der Club in der zweitklassigen DDR-Liga, ansonsten war man in der dritten und vierten Liga unterwegs. Bedeutender wurde der VFC dann wieder unter seinem eigentlichen Namen nach der Wende, denn ab 1991 war man Stammgast der Oberliga NordOst, vier Jahre lang spielte man sogar drittklassig. Größte Erfolge waren die Staffelsiege in der Oberliga 1996 und 2004.
    Seit 2006 ist der VFC Plauen nun Gast beim VDFB und unter Marco Steingans begann eine echte Erfolgsstory: Oberligameister 2006, Aufsteiger 2007 und ein einstelliger Tabellenplatz in der zweiten Liga 2008. Doch der Höhepunkt sollte 2010 mit Meistertitel der zweiten Liga unter Wowa L. folgen. Doch so schnell wie es hochging, so schnell ging es wieder runter: innerhalb von zwei Jahren ging es runter bis in die dritte Liga.

    Nun hat im letzten Jahr Marc Takacs die undankbare Aufgabe im Vogtlandstadion übernomemn. Der Verein war pleite und vom Kader her auf die erste Liga ausgelegt, wobei die Infrastruktur eher Dritt bis Viertliganiveau hat. Doch Takacs hat sich der Aufgabe angenommen und den Kader massiv umgebaut. Von vielen Stars wurde sich getrennt und so schraubte auch der Vorstand seine Ansprüche runter. Nun reicht den hohen Herren schon ein einstelliger Tabellenplatz. Da dazu auch noch der Saisonstart mit zwei Siegen und einem Unentschieden recht erfolgreich war und auch im Pokal ist man nach einem 3:0 in Mannheim noch immer dabei. Die Zeiten sehen als deutlich positiver aus für das Team, dass derzeit um Altstar Claudio Pizrarro und den dänischen Nationalspieler Leon Andreasen (ANDRÖÖÖÖÖSEN!) aufgebaut wird. Rekordspieler beim VFC ist der belgische Nationalspieler Vadis Odjidja-Ofoe mit 163 Einsätzen, Rekordtorschütze ist Marcelinho mit 99 Toren. Aus dem aktuellen Kader habengleich vier Spieler mit 105 Einsätzen die meisten Spiele.


    Die SG Sonnenhof Großaspach ist ein Emporkömmling aus Schwaben, von dem auch niemand so genau weiß, in welchem Kaff sie eigentlich spielen. Um Licht ins Dunkel zu bringen: Großaspach gehört zur 8000-Seelengemeinde Aspach und liegt rund 40km nordöstlich von Stuttgart, also wirklich irgendwo im schwäbischen Nirgendwo. Wirklich besonders ist an dem Ort, der im 10. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde, nichts und der bekannteste Sohn der Stadt ist Hans-Werner Aufrecht, Gründer der Tunerschmiede AMG. Hier ist nun die SG Sonnenhof Großasüach zu Hause, die 1994 aus einer Fusion entstand. So wirklich spannend wwar das Wirken der Vorgängerclubs nicht, mehr als Kreis- und Bezirksliga wurde nicht gespielt. Auch als Spielgemeinschaft dümpelte man jahrelang in der Spitzengruppe der Landesliga umher, erst 2002 gelang der Aufstieg in die Verbandsliga. Danach ging es dann aber schneller, denn 2005 und 2009 gelang jeweils mit Meisterschafft der Sprung in der Ober- bzw, Regionalliga und seit 2010 ist die SGS nun Teil des VDFB. Nach drei Jahren in der Regionalliga Süd gewann im letzten Jahr die Liga mit 29 Siegen und ohne Niederlage. Nun darf man erstmals in der dritten Liga antreten.

    Fast von Beginn ist Björn Lange Trainer in Schwaben, der 2010 Thomas Langhoyer nach sieben Spielen ablöste, und nun der Garant für den Erfolg ist und das Team in den letzten drei Jahren konsequent weiter entwickelte und sowohl wirtschaftlich als auch sportlich auf solide Füße stellte. Von Rang 12 ging es in drei Jahren Regionalliga bis zur Meisterschaft und nun will man wohl den Durchmarsch schaffen, auch wenn das Präsidium konservativ handelt und erstmal "nur" die 40 Punkte für den Nichtabstieg sammeln will. Mit den erfahrenen Angelos Charisteas und Patrick Owomoyela versucht man nun das Team stärker auf die dritte Liga auszurichten, um gegenüber der Konkurrenz nicht zu sehr ins Hintertreffen zu geraten. Der Saisonstart ist absolut gelungen: drei Siege gab es in vier Spielen, lediglich dem Spitzenreiter Waldhof Mannheim musste man sich knapp geschlagen geben. Auch im Pokal darf man in der kommenden Runde spielen, da man knapp im Elfmeterschießen beim Regio-Süd-Spitzenreiter 1.SC Feucht gewinnen konnte.
    Aktuelle Rekordspieler bei der SGS sind Ersatzkeeper Kevin Kraus und Verteidiger Cesar Zülküflü mit jeweils 105 Einsätzen. Rekordtorschütze ist Roberto Hilbert mit 56 Treffern.


    Einen direkten Vergleich in Pflichtspielen gab es weder zwischen den Trainern noch zwischen den Teams. Es wird also so oder so ein historisches Duell zwischen dem Vogtländischen Fußball-Club Plauen und der Sportgemeinschaft Sonnenhof Großaspach.


    Was für ein Spiel wird es werden? Diese und andere Fragen stellten wir auch den beiden Trainern.
    Björn Lange erwartet ein enges und spannendes, aber auch sehr offenes Spiel zwischen den beiden Teams. "Ich erwarte ein vorsichtiges Spiel, in dem keiner den ersten Fehler machen will." so der Aspacher Coach gegen über dem VVDFBJ: "Plauen spielte letzte Saison einen ruhigen und abgeklärten Fußball, das erwarte ich auch in diesem Jahr." Schwächen beim Gegner sieht Lange keine, dennoch ist es das Bestreben der SGS auf Sieg zu spielen und Punkte mitzunehmen.
    Weniger optimistisch blickt Plauens Coach Marc Takacs auf das Duell mit dem Aufsteiger aus Schwaben. Zwar könne er sich mangels eines direkten Duells kein Bild von den Sonnenhöfern machen, dennoch hält er die SGS gerade taktisch für sehr ausgereift, was vor allem am Trainer liegt, der er "ein großartiger Trainer" sei. Auch den guten Saisonstart möchte Takacs im rechten Licht sehen: "Ich denke wir hatten einen glücklichen Saisonstart und stehen nur im Augenblick da oben" Früher oder später werde sich sein Team im Mittelfeld wieder finden.
    Über seinen Gegner vermag Takacs ansonsten auch nicht viel sagen, weil seine Scouts eine genaue Tendenz nicht ausmachen können.

    Angesprochen auf die Entwicklung seines Vereins sieht Björn Lange viele positive Aspekte. Die Infrastruktur und die Trainingsbedingungen seien gut, das Stadion sei "mit 17000 Plätzen für die dritte Liga noch mehr als ausreichend". Auch mit der Kaderentwicklung zeigt er sich zufrieden. Das Team sei sehr gleichmäßig besetzt, ohne große Stars aber dafür adäquat auf jeder Position, so der gebürtige Hamburger. Auf die Frage nach dem Königstransfer musste der Coach aber dann etwas länger überlegen "Der Star ist das Team. Wenn man aber nach anderen geht, dann ist es wohl Patrick Owomoyela."
    Angesichts dieser Voraussetzungen ist es wenig verwunderlich, dass der Coach gute Vorussetzungen für die aktuelle Saison sieht. "Als Aufsteiger ist es ja vorrangig das Ziel die Klasse zu halten." meinte Lange mit einem verschmitzten Grinsen, er sehe sein Team aber in der Lage, durchaus zwei FG-Punkte zu gewinnen und einen Platz in der oberen Tabellenhälfte zu ergattern. Sein Motto für die kommenden Wochen:
    "Wir wollen einfach so lange wie möglich oben dran bleiben und schauen dann, was passiert."
    Auch Mark Takacs sind bei Plauen viele positive Dinge. Er übernahm einen überschuldeten Verein, der vor allem mit einem viel zu teuren Kader prahlte, aber mit dem keine guten Leistungen möglich waren. Hier sieht es nun deutlich besser aus, auch wenn die großen Luftsprünge niemand in Plauen machen kann. "Die positive Saisonbilanz ist schon mal geschafft", so Takacs, was im Umkehrschluss bedeutet, dass er auf jeden Fall eine schwarze Null am Ende der Saison steht. Entsprechend sind die Kaderplanungen soweit abgeschlossen, lediglich auf einer Position sieht er noch kleinen Handlungsbedarf. "Auf der Position des Rechtsverteidigers würde ich gerne noch mehr Qualität verpflichten." Man sei da aber an einer Lösung dran.
    Sportlich sieht Takacs wie schon angesprochen nicht alles rosig, ist sich aber sicher, dass sein Team das Ziel Mittelfeldplatz erreichen wird. "Ein einstelliger Tabellenplatz wäre schon ein schöner Erfolg", so der Plauener Coach.


    Nun den lassen, wir uns überraschen.
    Den Trainern viel Glück bei ihrem Spiel, allen anderen viel Spaß beim Schmökern.