Der Doktor



  • Guten Tag Herr Breetveld!



    Breetveld: Guten Tag!



    Herr Breetveld, sie wurden nach dem grossen VDFB-Turnier am Wochenende in Mädelhofen zum besten Spieler gewählt. Haben sie damit gerechnet?



    Na ja, ich denke ich habe in den Spielen meinen Job gut gemacht. Am Abend vorher habe ich noch mit meiner Freundin, der Rosi aus Stürzelberg, die ich an dieser Stelle herzlich grüssen möchte, ja, wir haben zusammen bei ihr im Mondenschein auf der Bettkante gehockt, den Blick durch das verträumt bestrahlte Fenster gerichtet, sie ihren Kopf an meinen Hals geschmiegt, da sagte ich zu ihr: Resi, morgen werden ich für unseren unehelichen Sohn spielen, den die Kirche zu taufen sich geweigert hat und der deswegen ohne Beistand der heiligen Gemeinschaft den langen Weg durch den Hodenkrebs gehen musste, und sie sagte darauf nur: Ja, mein Tiger! und da habe ich...



    Ja, gut, ABER meinen sie nicht, andere spieler hätten diesen Titel eventuell mehr verdient?



    Ein Mann kann nicht mehr leisten als er leisten kann, sonst ist er ein Wunder. Ich danke an dieser Stelle auch der Jury, die mich einstimmig gewählt hat, meinem langjährigen Lehrmeister und ich möchte sagen Vaterersatz, nachdem mein leiblicher Vater der Drogensucht zum Opfer fiel, meinem Trainer Frank Götze, der mir diese Ehrung durch seine Stimme ermöglicht hat.



    Was meinen sie gab den Ausschlag ihnen den Titel zu zusprechen? Ihr Kollege Marcus Marin zum Beispiel traf weitaus häufiger als sie und bekam durch die Bank weg bessere Noten vom Kicker.



    Marcus hat natürlich durch die vielen Tore auf sich Aufmerksamkeit gezogen, ABER alle fielen erst im Nachschuss und ein guter Spieler muss die Chancen sofort verwerten.



    Sie trafen ja meist durch Elfmeter.



    Richtig. Für diesen Job muss man die richtigen Nerven besitzen und dafür bin ich bekannt.



    Deswegen nennen ihre Fans sie auch liebevoll den "Doktor".



    Ja, ich wurde mit einem Chirurgen verglichen, der alle Bälle präzise versenkt.



    Dennoch vergaben sie im Elfmeterschiessen im wichtigen Prestigeduell gegen Preussen Münster ihren Strafstoss.



    Das ist richtig, doch stellte ich mich zum Ausgleich danach in den Kasten und hielt den nächsten Schuss, habe meinen Fehler somit wieder ausgeputzt und Fehler können wir doch alle machen.



    Sind sie mit dem neunten Platz der Düsseldorfer Fortuna zufrieden?



    Ja und nein - jein quasi *lach* also wir Spieler waren heiss auf das ganz grosse Ding und es wäre auch alles möglich gewesen. Nach schwachem Start legten wir zum Ende der Vorrunde noch einmal zu und kontnen so in der KO-Runde eine lösbare Aufgabe erhalten. Leider versagte die Taktik unseres Trainers vollkommen und so unterlagen wir im golden goal mit 2:3 gegen den Club aus Nürnberg und machten aus dieser Niederlage mit Rang 9 absolut das Maximum.



    Danke Herr Breetveld, dass sie mir und den Lesern ihre Zeit gewidmet haben.



    Kein Problem, Frank, schütt noch mal nen Tee auf!