F.C. Hansa Rostock – SV Waldhof Mannheim 07 3:3



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    Kreyam

    2. Liga - 34. Saison - 25. Spieltag

    Diomande (1)
    Brobbey (2)
    (2) Mané
    (1) Taz
    Zuschauer: 12.000

    S P I E L B E R I C H T

    Spektakel pur an der Küste: Taz entreißt der Kogge den sicher geglaubten Sieg


    Was für ein wilder Ritt im Ostseestadion! Der F.C. Hansa Rostock und der SV Waldhof Mannheim lieferten sich beim 3:3 (3:2) ein Duell, das für Taktik-Ästheten zwar eher ein Albtraum war, dem neutralen Zuschauer aber alles bot, was das Fußballherz begehrt. In einer Partie, die von kollektivem Defensivschlaf und offensiver Spielfreude geprägt war, drehte Hansa das Spiel kurz vor der Pause fast im Alleingang, nur um am Ende gegen die Moral der „Buwe“ doch noch den Kürzeren – oder besser gesagt: nur einen Punkt – zu ziehen.

    Dabei legte der Waldhof los, als gäbe es kein Morgen. Ehe sich die Rostocker Defensive überhaupt sortiert hatte, schlug Mané (2.) bereits eiskalt zu. Die Hausherren wirkten angezählt, rappelten sich aber auf: Yan Diomande (18.) besorgte den Ausgleich, woraufhin Hansa das Zepter übernahm. Doch wer die Tore vorne nicht macht, wird hinten bestraft – eine alte Fußballweisheit, die Mannheim nach einer halben Stunde mit dem 1:2 durch Mané (32.) brutal untermauerte. Der SVW drückte die Kogge nun tief in die eigene Hälfte, doch Hansa antwortete mit einer Willensleistung kurz vor dem Pausentee. Brian Brobbey (42., 45.) drehte das Ding mit einem Doppelpack innerhalb von drei Minuten zum 3:2. Ekstase auf den Rängen, Ratlosigkeit beim Waldhof.

    Nach dem Seitenwechsel drängte Hansa auf die Entscheidung. Die Chancen waren da, teils so dick, dass man sie kaum liegen lassen konnte. Doch die Kugel wollte nicht über die Linie. Und so kam es, wie es kommen musste: Mannheim brach über die Außenbahn durch, ein Querpass, und Taz (73.) schob zum 3:3 ins verwaiste Tor ein. In der Schlussphase wurde es dann zur Nervenschlacht: Beide Teams hatten den Siegtreffer mehrfach auf dem Fuß, doch sowohl der Hansa-Keeper als auch sein Gegenüber wuchsen über sich hinaus und hielten den Punkt fest.

    Die Statistiken spiegeln das „Alles-oder-Nichts“-Prinzip dieses Nachmittags perfekt wider. Ein Schussverhältnis von 7:7 klingt nach Beamtenfußball, doch die xGoals von 2,9 zu 3,6 verraten die Wahrheit: Jede dieser Chancen war ein absoluter Hochkaräter! Mannheim hatte am Ende mit 51 % Ballbesitz und deutlich mehr Pässen (175 zu 142) spielerisch leicht die Nase vorn, während Hansa zwar mehr Zweikämpfe für sich entschied (10 von 24), aber defensiv oft zu lange brauchte, um den Zugriff zu finden (12 Sekunden Balleroberungszeit im Vergleich zu 10 beim SVW).

    Spieler des Spiels: Taz (SV Waldhof Mannheim). Er war der personifizierte Unruheherd im Mannheimer Spiel. Mit seinem Tor zum 3:3 rettete er dem Waldhof den Punkt und glänzte zudem als Vorbereiter. Eine bärenstarke Leistung, die mit der Note 8,0 belohnt wurde.