FC Viktoria Köln – Borussia Mönchengladbach 6:5



  • Kevinho1909
    Jiraiya

    3. Liga - 34. Saison - 26. Spieltag

    Corboz (1)
    Berisha (1)
    Schleusener (4)
    (1) Obermair
    (1) Jeong
    (3) Skrzybski
    Zuschauer: 5.400

    S P I E L B E R I C H T

    26. Spieltag – Derbyzeit in Kölle-Höhenberg

    Wenn Fußball zur Herzsportart wird

    Montagabend, Flutlicht an, Puls hoch. Dank der zeitlichen Flexibilität beider Gegner durfte der Sportpark Höhenberg heute gleich im Doppelpack liefern – zwei Ligaspiele an einem Abend. Dafür schon vor dem Anpfiff ein dickes Dankeschön, denn was folgte, war nichts für schwache Nerven oder frisch gebrühte Kamillentees.

    Zu Gast: die Fohlenelf rund um Trainer Cobrano, aktuell auf Rang 14 der Tabelle. Das Saisonziel noch nicht ganz im Galopp erreicht, aber wie wir alle wissen: Ein Derby fragt nicht nach Tabellenplätzen – ein Derby fragt nur, wer zuerst wackelt.

    Blitzstart mit Schleusener-Garantie

    Die Viktoria legte los wie die Feuerwehr auf Koffein. Bereits in der 3. Minute hebelte ein perfekt getimter Steilpass die Gladbacher Defensive aus, Fabian Schleusener blieb eiskalt: 1:0. Höhenberg jubelt, Köln schnurrt – alles nach Plan. Dachte man.

    Gladbach dreht auf – und Köln kurz den Kompass

    Doch die Gäste hatten andere Ideen. In der 16. Minute ein schlau gesetzter Diagonal-Laufpass, Abschluss, 1:1. Sechs Minuten später: erneuter Stich ins Kölner Herz. Abgefälschter Schuss, Woo Yeong bedankt sich artig und schiebt zur 1:2-Führung ein.

    Und als hätte man in Köln kollektiv beschlossen, kurz mal die Orientierung zu verlieren, setzte Rafael Obermair in der 27. Minute noch einen drauf: hoher Ball, Kopfablage, Flügel, Abschluss – 1:3. Köln wirkte kurz wie ein Navi ohne GPS.

    Rücken gerade, Kopf hoch – Viktoria lebt!

    Doch dann: Sammeln, schütteln, Rücken gerade machen – vielleicht auch einmal tief durchatmen. Und siehe da: Es wirkte.

    40. Minute: Veton Berisha zieht die Fäden, legt ab auf Schleusener – 2:3.
    43. Minute: wieder Berisha, wieder Schleusener. Körper rein, Ablage, langer Pfosten – 3:3. Halbzeit, Schnappatmung, Popcorn leer.

    Zweite Halbzeit: Jetzt glaubt Köln dran

    Mit neuem Mut und wachsendem Selbstvertrauen kam Viktoria zurück. Trotz Gladbacher Druckphasen kippte das Momentum.

    Erneut die Veton Berisha ? Schleusener: Durch die Mitte, kurzer Blick, langer Winkel, halbhoch – 4:3. Höhenberg bebt, die Couch zuhause auch.

    65. Minute: Jetzt durfte Veton Berisha selbst ran.
    Keller tanzt im Dribbling, sieht Berisha, der setzt den Körper ein, bricht durch und trifft – 5:3. Sicherheit? Kurzzeitig.

    Drama, Baby!

    Denn natürlich passiert dann das, was immer passiert: Abwehrfehler.
    Stevens Kritzewski (dessen Name selbst Kommentatoren ins Schwitzen bringt) nutzt die Einladung, zieht über rechts ab und trifft aus der Distanz – 5:4. Schönes Tor. Leider.

    Doch Köln antwortet.
    Der Keeper faustet den Ball unglücklich zurück in die Mitte, Corboz sagt Danke und schiebt ein: 6:4. Das Stadion? Komplett außer sich. Heimfans glauben dran. Gästefans auch. Chaos pur.

    Zittern bis zur letzten Sekunde

    80. Minute: letzter Treffer des Spiels – dachte man.
    Ein grober Fehlpass im Mittelfeld, Steven Skrzybowski schnappt sich den Ball, Querpass, fast leeres Tor – 6:5.

    Jetzt heißt es: Nägel kauen, Puls kontrollieren, Schiedsrichter im Blick behalten. Jede Szene fühlt sich an wie ein Elfmeterschießen ohne Elfmeter.

    Schluss, Ende, aus – Höhenberg atmet wieder

    Nach 92 Minuten und 37 Sekunden ertönt endlich der Schlusspfiff.
    Aus, aus, aus – das Spiel ist aus!
    Viktoria Köln besiegt Borussia Mönchengladbach mit 6:5 in einem Derby, das alles war – nur kein Selbstläufer.

    Ein Blick auf die Statistik bestätigt den Wahnsinn: Gladbach mit mehr Schüssen und ähnlichen xGoals, am Ende aber mit der schlechteren Präzision. Fußball eben. Oder wie man in Köln sagt: Hauptsach jewonne.

    Wir bedanken uns bei Gladbach für dieses Spektakel, wünschen sportlich alles Gute und richten den Blick nach vorne.
    Nächste Woche wartet die nächste Aufgabe.

    Bleibt stabil – und kommt gesund durch Aspekte. ?????