F.C. Hansa Rostock – 1. FC Heidenheim 6:3



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    2. Liga - 34. Saison - 27. Spieltag

    Honsak (3)
    Naderi (1)
    Brobbey (2)
    (1) Makridis
    (1) Sørloth
    (1) Mateta
    Zuschauer: 22.800

    S P I E L B E R I C H T

    Honsak-Gala im Duell der Kürzel: Der wahre FCH lässt Heidenheim verzweifeln


    Es war die Frage aller Fragen an diesem Nachmittag: Wer darf sich das Prädikat „Der FCH“ rechtmäßig ans Revers heften? Nach 90 wilden Minuten im Ostseestadion steht fest: Das Original kommt von der Küste. In einer Partie, die als taktisches Rasenschach begann und als vogelwildes Tor-Spektakel endete, schlug der F.C. Hansa Rostock den FC Heidenheim mit 6:3 (2:1). Während die Gäste von der Alb ihre Chancen fast schon fahrlässig liegen ließen, demonstrierte die Kogge eine Kaltschnäuzigkeit, die man sonst wohl nur vom Fischmarkt kennt.

    Die Anfangsphase gehörte den Taktikfüchsen. Beide Teams belauerten sich, die Abwehrreihen standen stabiler als jede Deichmauer. Doch Hansa lauerte auf den einen Fehler – und Heidenheim lieferte. Mathias Honsak (23.) nutzte die erste kollektive Unachtsamkeit der Gäste zur Führung. Heidenheim schüttelte sich, kam zu gefährlichen Abschlüssen, doch das Leder wollte nicht ins Netz. Stattdessen schlug es auf der Gegenseite erneut ein: Nach einer Ecke und einem unglücklichen Abpraller stand Honsak (40.) wieder goldrichtig – 2:0. Der prompte Anschluss durch Sörloth (44.) noch vor dem Pausenpfiff ließ die mitgereisten Heidenheimer zwar kurz auf ein Comeback hoffen, doch es sollte ein frommer Wunsch bleiben.

    Nach dem Seitenwechsel machte der „richtige“ FCH nämlich kurzen Prozess. Brian Brobbey (49., 54.) und erneut der entfesselte Honsak (61.) schraubten das Ergebnis binnen zwölf Minuten auf 5:1. Die Partie schien gelaufen, die Heidenheimer Gegenwehr gebrochen. Doch plötzlich erwachte der Gast aus seiner Schockstarre. Frei nach dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert...“ stürmten die Süddeutschen los und verkürzten durch Makridis (76.) und Mateta (78.) innerhalb von zwei Minuten auf 5:3. Ein Hauch von historischer Aufholjagd wehte durch das Stadion – doch dann kam „The Don“. Albin Naderi (80.) erstickte alle Heidenheimer Träume im Keim und stellte den 6:3-Endstand her.

    Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht die Rostocker Effizienz. Zwar war der Ballbesitz (51% zu 49%) fast so ausgeglichen wie die Zweikampfquote (9 gewonnene Duelle Hansa, 10 Heidenheim), doch vor der Kiste lagen Welten zwischen den Kontrahenten. Während Heidenheim bei einem xGoals-Wert von 2,3 immerhin drei Treffer markierte, machte Hansa aus 3,5 xGoals sage und schreibe sechs Tore – ein statistischer Schlag in die Magengrube für jeden Gegner. Mit 155 Pässen (gegenüber 129 der Gäste) behielt die Kogge zudem die reifere Spielanlage, während beide Teams in der Defensive mit einer Balleroberungszeit von jeweils 8 Sekunden identische, wenn auch an diesem Tag nicht immer sattelfeste Werte lieferten.

    Spieler des Spiels: Mathias Honsak (F.C. Hansa Rostock). Wer drei Tore selbst erzielt und ein weiteres direkt vorbereitet, dem gehört die Bühne ganz allein. Honsak war der personifizierte Albtraum der Heidenheimer Hintermannschaft und verdiente sich mit einer Leistung nahe der Perfektion die Traumnote 10,0. Ein Arbeitstag, den er sich wohl einrahmen wird.