1. FC Köln – F.C. Hansa Rostock 1:4



  • Massie_99
    deCoo

    2. Liga - 34. Saison - 30. Spieltag

    Sesko (1)
    (3) Carvalho
    (1) Diomande
    Zuschauer: 30.000

    S P I E L B E R I C H T

    Carvalho-Hattrick zerlegt den FC: Hansa-Rausch lässt Müngersdorf verstummen


    Wer am Samstagnachmittag ein enges Duell zweier Traditionsklubs im Rhein-Energie-Stadion erwartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt – zumindest, sofern er es mit den Geißböcken hielt. Der F.C. Hansa Rostock hat den 1. FC Köln mit 4:1 (4:0) abgefertigt und dabei eine erste Halbzeit zelebriert, die an spielerischer Brillanz und kühler Effizienz kaum zu überbieten war. Während Köln nach 20 Minuten völlig die Orientierung verlor, spielte sich die Kogge in einen Rausch, der die Messe bereits vor dem Pausentee las.

    Dabei begann die Partie durchaus ausgeglichen. Köln bemühte sich um Spielkontrolle, doch Hansa stand defensiv stabiler als die Stadtmauer und lauerte auf den Moment, in dem die Domstädter ihre Ordnung verloren. Fabio Carvalho (22.) eröffnete das Schützenfest und brach den Bann. Was dann folgte, glich einer sportlichen Hinrichtung in drei Akten: Binnen 13 Minuten schnürte Carvalho (29., 35.) einen lupenreinen Hattrick und ließ die Kölner Hintermannschaft wie Statisten in einem schlechten Werbefilm wirken. Als Yan Diomande (43.) noch vor der Pause auf 0:4 stellte, herrschte im weiten Rund eine Grabesstille, die nur von den ekstatischen Gesängen aus dem Gästeblock unterbrochen wurde.

    Nach dem Seitenwechsel schaltete der FCH merklich drei Gänge zurück. Mit der komfortablen Führung im Rücken verwaltete die Kogge das Ergebnis im Stile einer Spitzenmannschaft, während nach vorne nur noch das Nötigste getan wurde. Köln kam durch Benjamin Sesko (66.) zwar noch zum Ehrentreffer, doch es blieb der einzige Moment, in dem die Rostocker Defensive kurzzeitig im Feierabendmodus verweilte. Ansonsten brannte hinten absolut nichts mehr an.

    Die statistischen Trümmerfelder, die Hansa in Köln hinterließ, sprechen eine deutliche Sprache. Ein xGoals-Wert von 4,1 zu 1,0 belegt die drückende Überlegenheit der Gäste, die aus ihren acht Torschüssen fast das Maximum herausholten (Köln kam auf mickrige drei Versuche). Mit 54 % Ballbesitz und einer Passquote von 182 zu 170 Zuspielen diktierte Hansa den Rhythmus nach Belieben. Auch in den direkten Duellen war die Kogge bissiger: 11 gewonnene Zweikämpfe aus 28 Versuchen klingen zwar nach Arbeit, doch die Kölner (6 Siege bei 15 Duellen) fanden physisch kaum statt. Dass Hansa den Ball im Schnitt bereits nach sieben Sekunden zurückeroberte (Köln: 9), war der Schlüssel, um den Rausch der ersten Hälfte überhaupt erst zu ermöglichen.

    Spieler des Spiels: Yan Diomande (F.C. Hansa Rostock). In einem Team, das kollektiv glänzte, war er der heimliche Architekt des Erfolgs. Mit einem eigenen Treffer und zwei punktgenauen Vorlagen für Carvalho war er an drei Toren direkt beteiligt. Eine bärenstarke Vorstellung, die mit der Note 8,7 belohnt wurde und ihn zum Dreh- und Angelpunkt dieser denkwürdigen Auswärtsgala machte.