Rückblick und Ausblick der 1. Liga

  • Also nochmal: von ava stammt der folgende Text:

    Die Hinrunde der 1. Liga neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit, sich mal den Verlauf der bisherigen Saison anzuschauen und einen kleinen Ausblick zu wagen, was noch so alles passieren könnte. Zwar sind noch recht viele Spiele (leider) offen, aber das Tabellenbild dürfte sich wirklich nicht mehr arg verändern – selbst wenn alle Teams endlich die 17 bei absolvierten Partien stehen hat.

    Bayer Leverkusen (klein) Momentan auf dem ersten Tabellenplatz thront das Überteam aus Leverkusen. Die erste 11 gehört zu dem besten der Liga und das Team zeigt selbst in schwierigsten Situationen kaum Nerven. Der bisher einzigste Punktverlust resultierte bei dem Werksclub vom 4. Spieltag, als man gegen den amtierenden Meister aus Duisburg 4:4 spielte. Ansonsten spielte Leverkusen gleich 5x zu Null und kassierte in weiteren 5 Spielen jeweils nur ein Tor – Durchschnittlich schoss man 6,5 Tore pro Spiel was ein absoluter Spitzenwert ist. In Stadien, wo andere Vereine mit Ambitionen nach oben Stolperten fegten die Leverkusener ihre Gegner richtig vom Platz. Es müsste wirklich sehr vieles schief laufen, wenn Leverkusen sich seinen 2. VDFB Titel noch nehmen lassen würde. Aber nicht umsonst gibt es ja den Mythos vom Vizekusen ;-)

    Im Gleichschritt folgen den Leverkusenern die Teams aus Duisburg und Dresden.

    MSV Duisburg (klein) Die Zebras aus dem Pott befinden sich seit ein paar Wochen in einer Spielerischen Krise – sagt zumindest der Trainerstab und das Präsidium. Angeblich soll sogar schon Erfolgscoach Rimbachs (2 Saisons bei Duisburg – 1x Aufstieg, 1x Meister) Stuhl deutlich wackeln. Von der Punktzahl her merkte man diese Krise allerdings kaum. Selbst mit sehr schlechten Leistungen konnten die Teams aus Mainz, Bielefeld und der FC Bayern knapp geschlagen werden. Allerdings stolperte man auf dem Betzenberg, was wohl den Zebras die Chance auf den Herbsttitel kosten dürfte. Das Problem der Duisburger in der Rückrunde wird wahrscheinlich der selbst auferlegte Druck sein, den sich der Trainer gemacht hat. Man lebt mit der Vorstellung, dass eine Vizemeisterschaft schon als Versagen zu bewerten ist. Aber was will man gegen so ein Überteam, wie es Leverkusen diese Saison ist, machen? Am besten weiterkämpfen, Mund abputzen und sich eventuell über den Titel „Best of the Rest“ freuen.

    Eines der ruhigsten und souveränsten Teams der bisherigen Saison ist der Aufsteiger aus Dresden. Ein ruhiges Umfeld und eine große Beliebtheit zeichnen den Traditionsclub in dieser Vorrunde aus. So gab es durchweg gute Leistungen, trotz der vielen Transfers und Umstellungen in der Mannschaft. So wurde am Anfang der Hinrunde mit Roman Weidenfeller ein richtig guter Goalie für 1,8 Millionen Euro verpflichtet, der aber nur wenige Spieltage später wieder für deutlich weniger Geld an Bielefeld verkauft wurde. Die Begründung der Dresdner Vereinsführung auf dieses kleine Wirr-Warr lautete, dass das Übertrieben hohe Gehalt von Weidenfeller Unruhe in das Team gebracht hätte. Sportlich verlor Dynamo nur gegen Leverkusen mit 2:6 und man Unterschätzte am 13. Spieltag die Borussia aus Dortmund und spielte gegen einen Verein aus dem unteren Drittel nur 2:2. Von den Sachsen darf man wohl einen Kampf bis zum Schluss um die Vizemeisterschaft erwarten – Duisburg oder Dresden heißt hier wohl das Duell.

    Auf dem 4. Tabellenplatz rangiert momentan wohl der Club mit den meisten Schlagzeilen. Was will man auch erwarten, wenn man sich „Skandalnudel“ Hasenöhrl als Trainer an Bord holt? Es gibt wohl keinen Coach, der es mehr versteht einen Verschlafenen Club in die Schlagzeilen zu bringen – leider nicht nur positiv. So wurde vergessen ein entsprechend Qualifizierter Platzwart einzustellen, was sich auf die Platzverhältnisse bei Mainzer spielen sehr negativ auswirkte. Einige Kollegen, unter anderem Zimmer aus Kaiserslautern, unterstellten sogar Absicht bei dieser Sache. Auf dem Transfermarkt klotzten die Mainzer auch gewaltig hin. Für 11,6 Millionen wurden genau die Spieler geholt die Hasenöhrl wollte. Er zahlte dies mit guten Resultaten und einem souveränen 4. Tabellenplatz zurück. Mainz dürfte eine schwerere Rückrunde erwarten als es die Hinrunde war, aber es müsste eigentlich möglich sein, den 4. Tabellenplatz zu halten auch wenn man den Drittgünstigsten Kader der Liga hat.

    LR Ahlen (klein) Sehr Überraschend auf dem 5. Tabellenplatz befindet sich der Werksclub aus Ahlen. Leider kann man über LR Ahlen nicht sehr viel berichten, denn von Medienarbeit hält man leider nicht sehr viel bei diesem Club. Auch ansonsten merkte man doch noch oft, dass in dem Verein noch nicht alle Strukturen auf die erste Liga umgestellt wurden. Daher gab es leider oft leichte Probleme mit Spielterminen, woran die Ahlener allerdings für die Rückrunde akribisch arbeiten um nicht wieder die Wut von anderen Teams auf sich zu siehen. Sportlich ist alles im Grünen Bereich – Finanziell kommt man trotz höherer Einnahmen kaum auf einen Grünen Zweig. Das kleine Wersestadion, sowie der doch recht kleine Fankreis machen es den Ahlenern doch recht schwer sich zu etablieren.

    1.FC Kaiserslautern (klein) Vor der Saison gab es in der Pfalz einen neuen Coach. Philipp Zimmer wurde aus der Landeshauptstadt von Rheinland Pfalz nach Kaiserslautern gelockt und fing dort erst mal an fröhlich über den Klassenerhalt zu reden. Das dies die ehrgeizigen Fans des FCK natürlich nicht so toll fanden konnte sich jeder selbst denken. Lange sah es aber auch danach aus, als würde der FCK echt nur um den Klassenerhalt spielen. Erst gegen Ende der Rückrunde kamen die Pfälzer dort hin wo sie auch eigentlich hingehören. Man rüstete den Kader durch die Verpflichtungen von Tim Wiese, D`Alessandro und Superstar Giovanne Elber richtig stark auf und findet sich nun auf einem sehr guten 6. Tabellenplatz wieder. In dem Team des FCK ist sicherlich das Potential diesen Platz zu halten. Vieles wird davon abhängen, wie man in die Rückrunde startet – aber verläuft dieser Start gut kann man sich wohl in der Pfalz am Saisonende wirklich über einen Platz im oberen Drittel freuen.

    Arminia Bielefeld (klein) Auch die Arminen aus Bielefeld holten sich zu Saisonbeginn einen neuen Coach um endlich aus dem Mittelfeld rauszukommen. Die Wahl fiel auf Dennis Bernhardt, der immerhin letzte Rückrunde sehr erfolgreich den 1. FC Magdeburg unter die ersten 6. führte. Doch nach aktuellem Stand macht sich Ernüchterung auf der Alm breit. Man steht nicht sehr viel besser als am Ende der letzten Saison und muss noch einiges tun um die hochgesteckten Ziele zu erreichen. Der aktuelle Kader füllt das Budget schon komplett aus und das obwohl außer Torwart Roman Weidenfeller keine richtig großen Stars vorhanden sind. Für Bielefeld und Bernhardt wird das wohl eine schwere Rückrunde und ein harter Kampf um den finanziell wichtigen 6. Tabellenplatz.

    Waldhof Mannheim (klein) Die Berg und Talfahrt des SV Waldhof sollte diese Saison endlich enden. Einst war man Meister, letzte Saison ist man knapp am Abstieg vorbeigerauscht und war finanziell deutlich am Boden und deshalb musste der Starstürmer Markus Beierle an den VfL Wolfsburg abgegeben werden. Aber nichts war es mit einer ruhigen guten Saison beim Waldhof. Nach Niederlagen gegen den FSV Mainz und den VfL Wolfsburg wurde der letztjährige Retter Agron Priesner beurlaubt und Mario Klotz übernahm das Ruder bei den Waldhof-Buben. Für ihn lief es zunächst auch nicht so sehr gut, aber gegen Ende der Rückrunde steigerte sich der SVW doch immer weiter, so das man momentan im stabilen Mittelfeld liegt. Völlig Überraschend ist nun aber Agron Priesner seit 2 Tagen wieder Coach bei den Mannheimern. Gründe und Hintergründe hierzu liegen der Redaktion leider nicht vor.

    FC Bayern Muenchen (klein) Als der FC Bayern nach dem 1. Spieltag Tabellenführer der VDFB war schien die Welt für Franz Beckenbauer und Uli Hoeness wieder in Ordnung. Bis zum 4. Spieltag war sie das auch noch, doch dann spielten die Bayern gegen Ahlen, Mainz und Bielefeld und standen nach 7 Spielen nur mit 12 Punkten da. Zu wenig für den Verein mit den meisten Fans und dem größten Medieninteresse. Doch was tun? Man verpflichtete neue Spieler, aber auch die halfen immer nur kurz was. Man muss sich wohl damit abfinden, dass der FCB nur noch Mittelfeld ist. Ob sich mit Platzierungen um den 10. Platz rum lange die Fans an der Stange halten können darf ernsthaft hinterfragt werden – und wie Beckenbauer und Hoeness darüber denken muss das VDFB News Magazin auch nicht schreiben, dass wissen sicherlich alle. Der Trainerstuhl von Matthias Boenisch dürfte bald gewaltig Wackeln, wenn es nicht schnell in Richtung TOP 6 geht.

    Stuttgarter Kickers (klein) Im Grunde kann man bei den „kleinen Stuttgartern“ mehr als zufrieden mit der Hinrunde sein. Man steht auf einem souveränen 10. Tabellenplatz und hat das Traditionsteam aus Frankfurt, den Pokalsieger aus Wolfsburg und vor allem den Lokalrivalen vom VfB hinter sich. Aber der eigentliche Grund richtig Glücklich zu sein bei den Stuttgarter Kickers war der Rücktritt des ungeliebten Trainers Thomas Mync zur Mitte der Vorrunde. Nachdem sich der Coach immer mehr Skandale und Ausfälligkeiten lieferte suchte die Vereinsführung bereits nach Möglichkeiten ihren Coach loszuwerden. Als dieser dann von selbst ging und man Christian Hennicke an Bord holen konnte war ganz Stuttgart am Jubeln. Sportlich war der Trainerwechsel auch eher ein Gewinn – so hat Hennicke eine leicht bessere Bilanz als Mync. Viel mehr als der 10. Tabellenplatz dürfte für den Aufsteiger allerdings auch nicht mehr drin sein, für mehr ist der Kader leider zu schwach und für einen stärkeren Kader fehlt doch noch sehr viel Geld.

    VfL Wolfsburg (klein) Eine Katastrophale Vorrunde bot sich für den VfL Wolfsburg. Man startete als Mitfavorit für den Meistertitel und als amtierender Pokalsieger. Man bekam viele sehr starke, talentierte junge Spieler in den Kader und man verpflichtete dazu noch einen richtigen Starstürmer mit Markus Beierle. In Wolfsburg waren alle Bedingungen perfekt für eine Supersaison – doch Sven Udert konnte sich nie mit dem Team anfreunden und das Potential ausschöpfen. So kamen gegen deutlich schlechtere Teams und Trainer unnötige Niederlagen zustande und man wurde immer unzufriedener in der VW-Stadt. Am 06.09. reichte es dem Mann, der aus Wolfsburg das Topteam gemacht hat das es nun ist. Sven Udert trat zurück und übergab das Team an den Österreichischen Trainer Johannes Pilz. Pilz wehte allerdings auch sofort ein eisiger Wind ins Gesicht und die Ergebnisse waren mehr als enttäuschend. Ein Sieg gegen Magdeburg und zwei Unentschieden gegen Kaiserslautern und Dortmund – mehr holte der neue Coach nicht. Im Gegenteil: Das Publikum wurde mit jedem Spiel unzufriedener und fordert schon länger Udert zurück, da dieser einen deutlich schöneren Spielstil pflegte und unter ihm als Trainer die Spieler nicht aus jeder Lage verzweifelt auf der Tor geschossen hatten. In Wolfsburg muss sich was grundlegendes ändern sonst rutscht man noch in den Abstiegskampf.

    Eintracht Frankfurt (klein) Das Wort Abstiegskampf geistert auch schon die ganze Saison durch die Bankenstadt Frankfurt. Mit dem zweitbesten Kader der gesamten Liga ausgestattet spielen die Hessen einfach nur unter ihren Möglichkeiten. Doch der Trainer sitzt wie immer fest im Sattel, man traut ihm einfach. Damit fuhr man ja auch in der Vergangenheit immer gut, wieso auch jetzt nicht mehr? Einige Partien wurden doch recht knapp verloren und so hofft man eine bessere Rückrunde in Frankfurt zu spielen um noch ein paar Plätze in der Tabelle zu klettern.

    VfB Stuttgart (klein) Schlecht sieht es auch im Herzen von Baden-Württemberg aus. Beim VfB Stuttgart ist man drum und dran nur noch die Nummer Zwei in Stuttgart zu sein. Die ganzen Trainerwechsel in den letzten Monaten waren einfach zuviel für das Team. Man kämpfte sich unter Ralf Lammer erfolgreich an die Top 6 ran letzte Saison. Dann kam Andreas Boehnisch, der ganz knapp am Saisonziel scheiterte und nach ein paar Spielen in der aktuellen Saison nach Leipzig wechselte. Der jetzige Coach der Schwaben – Julian Hammerer – konnte sich nur durch 7 Punkte aus den letzten 3 Spielen auf einen Nicht-Abstiegs-Platz retten. Hätte er dies nicht geschafft, wäre er wohl vom ehrgeizigen Präsidium entlassen worden.

    TSV 1860 Muenchen (klein) Im Rahmen des erwarteten Bewegt man sich hingegen beim TSV 1860 München. Von Anfang an legte man sich als Saisonziel den Klassenerhalt fest und keiner Wiedersprach diesem Ziel. So ging es für die Löwen leider öffters Bergab statt Bergauf, aber immerhin befindet man sich 11 Punkte vor einem der bösen Plätze mit gutem Anschluss nach oben. Da diese Saison nicht mehr mit höheren Tabellenregionen gerechnet werden darf, konzentrieren sich schon jetzt alle auf das Derby am 20. Spieltag gegen die Bayern. Sollten die 60er dieses für sich entscheiden können, würden sie von Trainer Roland Botzenhard eine Statue aus Gold vor das Vereinsheim stellen lassen.

    Borussia Dortmund (klein) Nur Zwei Lichtblicke, ansonsten viel Trauer sah man bei der Borussia aus Dortmund diese Vorrunde. Der einstige Spitzenclub und Meisterschaftskamerad steht nur einen Platz vor der zweiten Liga. Zwar konnte man den Topclubs aus Dresden und Mainz ein Bein stellen, aber der Rest der Vorrunde war sehr sehr Traurig. Der BVB – der den Stärksten Kader der Liga hat – konnte in keinem Saisonspiel seine Möglichkeiten ausschöpfen und spielte fast immer sehr ängstlich und extrem defensiv. Es sind zwar 10 Punkte Vorsprung vor dem 16. Tabellenplatz, aber dieser Vorsprung ist schnell geschmolzen. Nicht auszudenken, was los wäre wenn der BVB absteigen würde. Man würde wohl den gesamten Kader abgeben müssen und auch die Zuschauerzahlen würden sich halbieren. Den Spielern und dem Trainer sollte endlich mal bewusst werden für welchen Verein sie arbeiten und das beim BVB der Anspruch nicht der Klassenerhalt sein kann.

    Zum Abschluss dieses Überblickes kommen wir nun in die Zone derer Teams, die am Saisonende die 1. Liga verlassen müssen. Drei haben sich dort auch schon mehr oder weniger „festgesetzt“.

    FC Hansa Rostock (klein) Bei Hansa Rostock ahnte man schon vor der Saison, dass es sehr schwer werden würde. Auch viele Experten trauten dem Team von der Ostsee nicht viel zu. Nur zwei Siege (Magdeburg & 1860 München), dazu noch gute Ansätze gegen Mainz reichen nicht zum Klassenerhalt für Rostock. Mittlerweile beträgt der Rückstand satte 10 Punkte und es sieht nicht nach einer großen Aufholjagd aus.
    SC Freiburg (klein) Noch etwas trüber sind die Aussichten bei den „Breisgau-Brasilianern“ vom SC Freiburg. Brasilianer kann man sie leider mittlerweile nicht mehr nennen. Der Freiburger Fussball erinnert eher an die Deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2000. Siege gab es nur gegen andere Abstiegskandidaten (Rostock & Magdeburg). Die knappen Resultate gegen Rückrundenende lassen ein wenig hoffen – aber nicht viel.

    1.FC Magdeburg (klein) Kommen wir zum 18. Tabellenplatz und zum 1. FC „Tasmania“ Magdeburg wie er mittlerweile so schön genannt wird. Der FCM kam in die VDFB, stieg sofort in die 2. Liga auf, maschierte dort durch in die 1. Liga und kann dort sofort unter die ersten Sechs. Eine brilliante Zukunft sah man auf den Verein zukommen, man träumte sogar schon wieder von einer Europapokalteilnahme und dem zweiten Europacup. Pustekuchen – man war die gesamte Vorrunde auf dem letzten Tabellenplatz und kam nur einmal in 17 Spielen auch nur annähernd in die Nähe von Punkten. Man schoss tatsächlich 12x kein einziges Tor in Magdeburg, man kassierte aber im Schnitt fast 8 Tore pro Game. Für Magdeburg ist wirklich jede Hoffnung verloren und der Abstieg beschlossene Sache. Selbst wenn Freiburg, Rostock und Dortmund keinen einzigen Punkt mehr holen, müsste Magdeburg 7 Spiele in der Rückrunde gewinnen um mal die Abstiegsplätze zu verlassen. Nur gegen wen?