TEAMNEWS BRASILIEN – Ziel erreicht, aber die Warnsignale bleiben
Rio de Janeiro – Die brasilianische Nationalmannschaft wird bei der kommenden Weltmeisterschaft dabei sein. Nach einer turbulenten Qualifikationsphase, vielen Rückschlägen und einigen überraschenden Ergebnissen hat die Seleção das große Ziel letztendlich erreicht.
Doch der Weg dahin war alles andere als souverän.
Schon bei der Auslosung war klar, dass Brasilien eine der schwierigsten Gruppen der gesamten Qualifikation erwischt hatte. Experten sprachen früh von einer "Todesgruppe", in der jeder Punkt hart umkämpft werden würde. Genau so kam es auch.
Brasilien tat sich von Beginn an schwer. Zwar zeigte die Mannschaft immer wieder ihre individuelle Klasse, doch die Konstanz fehlte über weite Strecken. Mehrfach wurden Führungen verspielt, unnötige Punkte liegen gelassen und defensive Probleme verhinderten bessere Ergebnisse.
Am Ende reichte es in der Gruppe nur für Platz drei.
Für viele Fans war das eine große Enttäuschung. Die Erwartungen an Brasilien sind schließlich immer riesig. Ein direkter WM-Platz schien vor Beginn der Qualifikation fast selbstverständlich.
Doch die Realität sah anders aus.
Wie bereits beim SSV Ulm wechselten sich starke Leistungen mit unerklärlichen Schwächephasen ab. Die Mannschaft wirkte oft nervös, fand keine richtige Balance und machte sich das Leben unnötig schwer.
So musste Brasilien den Umweg über die Playoffs nehmen.
Dort zeigte die Mannschaft jedoch ein völlig anderes Gesicht.
In den beiden entscheidenden K.o.-Spielen spielte Brasilien plötzlich befreit auf. Die Seleção dominierte beide Begegnungen, kontrollierte das Geschehen über weite Strecken und machte die WM-Qualifikation letztlich souverän perfekt.
Der Druck war enorm – die Antwort der Mannschaft ebenso.
Nach dem Schlusspfiff überwog vor allem Erleichterung.
Die Fans feierten die Qualifikation, gleichzeitig wissen aber alle Beteiligten, dass bis zur Weltmeisterschaft noch viel Arbeit vor ihnen liegt.
Denn eines wurde in der Qualifikation deutlich:
Mit den aktuellen Leistungen wird Brasilien bei einer Weltmeisterschaft nicht automatisch zu den Favoriten gehören.
Dennoch gibt es viele Gründe für Optimismus.
Die Qualität im Kader ist weiterhin enorm. Auf nahezu jeder Position verfügt Brasilien über Spieler auf internationalem Topniveau. Zudem hat die Mannschaft in den Playoffs gezeigt, welches Potenzial vorhanden ist, wenn sie ihr Spiel durchzieht und mit Selbstvertrauen auftritt.
Intern richtet sich der Blick nun komplett auf die Weltmeisterschaft.
Die kommenden Monate sollen genutzt werden, um taktische Abläufe zu verbessern, die Defensive zu stabilisieren und die Mannschaft als Einheit weiterzuentwickeln.
Aus dem Umfeld der Nationalmannschaft ist zu hören, dass man bei der WM keinesfalls nur Teilnehmer sein möchte.
Vielmehr soll dort das Gesicht gezeigt werden, das Brasilien in den Playoffs präsentiert hat: mutig, dominant und hungrig.
Ein Verbandsfunktionär brachte die Stimmung zuletzt auf den Punkt:
„Wir haben unser erstes Ziel erreicht. Aber niemand in Brasilien träumt davon, nur bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein.“
Die Qualifikation ist geschafft.
Jetzt beginnt die eigentliche Mission.
Und trotz aller Schwierigkeiten glauben viele weiterhin daran, dass Brasilien bei der WM für große Schlagzeilen sorgen kann.
Die Seleção lebt.
Und die Weltmeisterschaft kann kommen.