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Die bisherige Geschichte
Die Zebras von der Wedau waren bisher in jeder VDFB Saison vertreten und starteten im Gründungsjahr unserer Liga in der ersten Liga. Leider holten sie unter Trainer Thomas Kriehuber in der damals nur 17 Spieltage umfassenden Saison nur zwei Siege und ein Unentschieden, was den Abstieg in die 2. Liga bedeutete. Dort sollte der direkte Wiederaufstieg angestrebt werden, was zu einem Trainerwechsel führte. Doch auch der neue Mann an der Seitenlinie - Torsten - konnte die Zebras nur ins Graue Mittelfeld führen. In der Folgenden Saison kam es noch schlimmer, man landete im Abstiegskampf und verbrachte die Winterpause auf einem Abstiegsplatz und der Trainer erklärte seinen Rücktritt.
Zur Rückrunde verpflichtete man einen neuen Trainer, der zuvor jeweils nur drei Kurz-Engagements (jeweils etwa 2 Monate) bei Borussia Mönchengladbach, Bayern München und dem VfL Bochum hatte. Allerdings wurde zumindest die Amtszeit beim VfL Bochum am Ende mit dem Aufstieg gekrönt. Allerdings war dieser neuer Trainer Pascal Rimbach ein bekennender Fan der Duisburger, was zumindest auf eine längere Verweildauer auf dem Trainerstuhl zu hoffen lies. Der MSV holte in dieser Rückrunde anschließend gewaltig das Feld von Hinten auf - allerdings waren die ersten beiden Aufstiegsplätze relativ klar vergeben. Vor dem letzten Spieltag konnten schließlich noch 4 Clubs als Dritter aufsteigen, doch letztendlich setzte sich der MSV dank besseren Torverhältnisses vor Ahlen, Karlsruhe und Osnabrück durch.
Als Aufsteiger gelang den Duisburgern das, was bis dahin nur mal dem 1. FC Kaiserslautern in der "anderen Realität" gelungen ist - man wurde direkt Meister! Später machten dies bei uns noch Paderborn, Ahlen und die Bayern nach und machten das fast zur VDFB-Tradition. Mit einem Punkt Vorsprung entthronte man in der 4. Saison den Vorjahres Meister aus Leverkusen und feierte ausgiebig. In der darauf folgenden Saison verließ dann der Meistercoach während der Saison das Team und Nachfolger Engin konnte als Interim die Duisburger immerhin noch auf einen sehr guten 3. Tabellenplatz führen. In der 6. Saison trainierte wieder Pascal Rimbach das Team, allerdings musste man sich hier mit einem 4. Tabellenplatz zufrieden geben. Damit pausierte allerdings zunächst die Karriere des Duisburger Meister Trainers im VDFB, der die kommenden 6 Jahre als Trainer im Ausland verbrachte.
Mit ihm verschwand der MSV Duisburg auch mehr oder weniger aus dem oberen Tabellendrittel. Zwischen Saison 7 und 12 versuchten sich 8 verschiedene Trainer beim MSV (flehmenep, LuisFigo, Ch1st1an, Boeta, Xen!on, Saibot, Deafborusse und CHenner der heute bei RB Leipzig ist), doch im besten Fall sprang ein 7. Tabellenplatz heraus - und einmal war es sogar fast knapp mit dem Klassenerhalt, als man nur 15. wurde (allerdings reichte in der erwähnten Saison sogar 24 Punkte zum direkten Klassenerhalt).
In Saison 13 (2011) war es dann wieder soweit - man stellte die Weichen wieder auf Erfolg... oder sollte ich besser auf "unbesiegbar" sagen? Pascal übernahm wieder den MSV und es folgten drei Double in Folge wodurch in Duisburg nun die Fans mit "Rekordmeister"-Schals durch die Straßen laufen. Die drei Meisterschaften wurden alle mehr oder weniger klar geholt - in der 13. Saison mit 15 Punkten Vorsprung auf Eintracht Frankfurt (ava), im Jahr darauf mit 9 Punkten wieder vor der SGE (warrior) und in der jüngst abgelaufenen Saison mit 10 Punkten vor Hannover (Appel).
Im VDFB Pokal gibt es sicherlich wenige Teams, die so viele Spiele wie der MSV bestritten haben. Bis zum ersten Titelgewinn konnte man bereits 3x das Halbfinale und 3x das Viertelfinale erreichen. Mittlerweile sind die Duisburger seit 18 Pokalspielen unbesiegt, was gleichbedeutend mit drei Titeln in Folge und somit auch der Auszeichnung "Rekordpokalsieger".
Durch den Abstieg von Bayer 04 Leverkusen werden wir auch einen neuen Tabellenführer in der Ewigen Tabelle der 1. Bundesliga sehen. Die Chancen, dass es der MSV Duisburg (aktuell #4) sein wird stehen nicht schlecht - zwar liegt man aktuell 17 Punkte hinter dem BVB (aktuell #2), allerdings konnte man bereits letzte Saison ganze 49 Punkte auf den BVB aufholen. Etwas schwieriger wird es hier, die 16 Punkte auf Dynamo Dresden (aktuell #3) gut zu machen.
Der Trainer
Wie schon in der Geschichte erwähnt ist der aktuelle Trainer Pascal Rimbach derjenige, mit dem jeder Erfolg der Duisburger dicht verknüpft ist. Seine Karriere begann er 2001 bei Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga Nord, von dort er allerdings nach nur 2 Monaten wegen sehr guter Leistungen in die Bundesliga zum FC Bayern München wechselte (Trainerwechsel während der Saison waren im damaligen Regelwerk noch unbegrenzt möglich). Bei Bayern fühlte sich der Trainer allerdings niemals wohl, wodurch auch wieder nach 2 Monaten der Wechsel zum VfL Bochum folgte. Mit dem VfL Bochum gelang schließlich am letzten Spieltag der Aufstieg in die Bundesliga. Den Trainerposten in der Bundesliga trat Pascal mit Bochum allerdings niemals an - es gab Streitigkeiten über eine Ausstiegsklausel und er wollte auf den vakanten Trainerstuhl seines Herzensclubs aus Duisburg wechseln. Diese Streitigkeiten zogen eine Auszeit von 6 Monaten nach sich, aber schließlich konnte man sich zum Rückrundenbeginn der 3. Saison einigen und Pascal wurde Trainer der Duisburger. Diese verließ er (inklusive einer Auszeit in der 5. Saison) nach der 6. Saison um im Ausland Erfahrung zu sammeln und pausierte somit im VDFB.
Als in der 12. Saison (2010) akuter Fachkräftemangel auf der Position des Cheftrainer die Liga bedrohte holte man ihn zurück - allerdings zunächst in Doppelfunktion bei den Stuttgarter Kickers (RL Süd) und dem VfR Mannheim (3. Liga). Mit dem VfR Mannheim holte er sich dann auch noch einen Abstieg für seine Vita ab - allerdings war die Aufgabe dort auch fast unmöglich zu lösen und wurde am Ende denkbar knapp (ein Punkt Differenz) leider durch eine Wertung entschieden
Im Titelranking hat er mit 4 Meisterschaften nun mit Stefan Bromund gleich geschlossen (dieser hat 3 Titel mit Paderborn und einen mit Bayern München). Brodo hat allerdings "nur" 2 Pokalsiege, wodurch Pascal nun im gesamten Titelranking vorne ist und wenn er nicht diese Saison endlich gestoppt wird, wohl bald für Ewigkeiten uneinholbar ist ;-)
Das Finanzielle
Die Jahre im Mittelfeld der Liga haben bei den Duisburgern relativ wenig Schaden hinterlassen, so dass sie mit den drei Double richtig heftige Schritte nach vorne machen konnten und Ligaweit hier nur noch hinter Paderborn (48) und Dortmund (51) liegen.
Das Wedaustadion (51.000 Plätze) wird in jedem der 17 Heimspiele ausverkauft sein. Selbst gegen vergleichsweise "unattraktive" Gegner, wie den Chemnitzer FC könnte man noch mehr als 4000 Karten verkaufen, so das sich trotz der sehr hohen Kosten und langen Dauer bis sich die Kosten wieder refinanziert haben (ca. 9 Jahre), ein Stadionausbau auf 55.000 Plätze durchaus lohnen würde. Gegen andere Mannschaften mit einem geringeren Fanaufkommen (z.B. Union, Kiel, Braunschweig) könnte man mittlerweile sogar ein Stadion mit 70.000 Zuschauern füllen - allerdings kostet ein solcher Ausbau fast 50 Millionen Euro und braucht 11 Jahre zur Refinanzierung. Selbst "nur" auf die 60.000 zu gehen würde noch 21,8 Millionen kosten.
Durch Prämien und eine sehr von Vernunft geprägte Transfermarkt Politik machte man allein in den letzten 3 Jahren einen Gewinn von 29,1 Millionen Euro. Davon alleine in der letzten Saison eine Rekordsumme von 13,4 Millionen. Mit aktuell über 40 Millionen auf dem Konto ist der MSV mittlerweile mit Abstand das reichste Team und konnte den Krösus zu Beginn der letzten Saison (Eintracht Frankfurt, 31 Millionen) noch mal deutlich übertreffen. Platz 2 + 3 folgen hier Dortmund und Rostock mit 23 Millionen auf dem Konto.
Der Kader
Auf die Aufstellung der Duisburger kann man sich relativ leicht einstellen. So spielen sie traditionell und immer ohne jede Ausnahme ein 4-1-2-1-2. Auch für die Startaufstellung zum Saisonbeginn braucht man kein Hellseher zu sein. Fabian Giefer im Tor kam letzte Saison und löste Hesse ab - er ist der einzige Torhüter im Kader und auch ein Starker Erstligaspieler. Koch, Soares, Schiavolin und Veigneau bilden die Viererkette, die wohl in Sachen "Preis / Leistung" ihres gleichen in der Liga sucht. Alle vier Spieler sind sehr schnell und verfügen über hohe Defensiv- sowie Mentalitätswerte. Darüber hinaus sind die Innenverteidiger noch sehr Kopfballstark, wobei besonders der 194cm große Bruno Soares hervorzuheben ist. Im defensiven Mittelfeld spielt mit Joel Matip der wohl schwächste Spieler in der Duisburger Startaufstellung. Bei ihm stehen klar die Defensiven Stärken im Vordergrund und seine körperliche Präsenz. Die Außenbahnen rennen der im letzten Jahr verpflichtete Shinji Kagawa und Duisburgs Rekordspieler Nasir El Kasmi (schon länger im Club als die VDFB Datenbank existiert so scheint es) hoch und runter und als Spielmacher agiert selbstverständlich Toni Kroos. Den Sturm bilden der von allen geliebte Caio und der dänische Torschützenkönig der letzten beiden Saisons: Peter Løvenkrands.
Duisburg verstärkt sein Team traditionell sehr gezielt mit im Schnitt 2-3 Spielern pro Saison. Letztes Jahr kamen Caio und Kagawa für die damals 33-jährigen Grafite und Sven Müller sowie Fabian Giefer im Tor für Marcus Hesse. Im Jahr davor wurden mit Korzynietz und Hans Sarpei auch zwei Spieler mit 33+ ersetzt. Sollte man dieses Muster weiter verfolgen, so dürfte Duisburg auf der Suche nach einem neuen Stürmer sein, um eben den mittlerweile in die Jahre gekommenen Peter Løvenkrands zu ersetzen, welcher diese Saison letztmalig wechseln kann. Die anderen Positionen, wo eine Verstärkung möglich wäre, sind die äußeren Mittelfeldpositionen oder eben auf der Position von Joel Matip im defensiven Mittelfeld. Das sich außen bei Kagawa/El Kasmi was verändert ist eigentlich nicht sehr wahrscheinlich - Kagawa kam erst letztes Jahr und es passt einfach nicht zur Duisburger Transferpolitik so schnell einen Spieler wieder zu ersetzen. Außerdem hat der Japaner in bisherigen Turnieren sehr überzeugt. Eine Trennung von Vereinslegende Nasir El Kasmi würden wiederum die Fans niemals verzeihen, da man einen Spieler der über 400 Ligaspiele für ein und denselben Club bestritten hat nicht vor die Tür setzt.
Ausblick
Die große Stärke der Duisburger, dass sie eben immer konstant ihre Leistung abrufen bröckelt dieses Jahr noch etwas mehr. Das hat sich bei Vorbereitungsturnieren gezeigt, wo zumindest oftmals die Clubs aus Paderborn und Hannover sehr gut mithalten und auch den MSV besiegen konnten. Es kann einfach dieses Jahr viel mehr in 90 Minuten passieren, auf was man wenig Einfluss hat - oder eben die Tagesform lässt eine Paarung völlig anders aussehen, als vorher vermutet. Ich denke wir könnten dieses Jahr endlich wieder eine richtig spannende Meisterschaft erleben und die Tendenz geht in Richtung Dreikampf zwischen Duisburg, Paderborn und Hannover. Duisburg ist von diesen Teams definitiv das stärkste und gefährlichste in der Offensive. Beim MSV schießt irgendwie jeder in der Mannschaft seine Tore - allerdings gibt es da dieses Sprichwort: "Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive die Meisterschaft". Unter diesem Gesichtspunkt müsste ich mein Geld eigentlich auf den SC Paderborn setzen, aber am Ende hilft glaube ich die Erfahrung schon mehrere Titel gesammelt zu haben um eben die entscheidenden Spiele ruhiger und konzentrierter zu Spielen um letztendlich den nächsten Titel für die Zebras zu sammeln.