SDW (1.Liga/Spieltag 11/12): 1.FC Nürnberg - SV Wehen Wiesbaden 2:3(1:2)


  • Nürnberg empfängt Wiesbaden zum Prestigeduell


    Der SV Wehen Wiesbaden hat in dieser Woche bereits das dritte Spiel der Woche der 27.Saison. Die Mannschaft von Trainer deCoo reist zum amtierenden Meister aus Nürnberg. Auch für die Franken ist es bereits das zweite Spitzenspiel.


    Wenn es zum Duell der beiden Spitzenteams der 1.Liga kommt, dann geht es meist um mehr als nur Punkte. Zu sehr sind beide Trainer im VDFB und bei ihren Vereinen verwurzelt. So nehmen die Hessen in dieser Saison einen neuen Anlauf die Erfolgswelle der Franken zu stoppen. Durch die Meisterschaft in der 26.Saison zog Clubtrainer Dosenbrot in der ewigen Tabelle mit Rekordmeister Pascal (MSV Duisburg) gleich. In dieser Saison nimmt der langjährige VDFB Pokalleiter also Kurs auf den alleinigen Rekord. Doch es könnte eine deutlich schwierigere Spielzeit werden, wie noch im Vorjahr. So startete nicht nur der kommende Gegner aus Wiesbaden optimal in die neue Spielzeit, nein auch der VfL Wolfsburg scheint in dieser Saison wieder große Ziele zuverfolgen. Von daher dürfen sich die Franken keine Fehler erlauben. In den bisherigen sechs Auftritten des Meisters siegte die Dosenbrot-Elf gewohnt souverän. Nun kommen die entscheidenden Wochen der Hinrunde mit den Duellen gegen Wiesbaden und Wolfsburg. Vielleicht kommt den Nürnbergern das Spiel gegen den SVWW gerade recht. Denn die Hessen mussten am gestrigen Montag ihre erste Saisonniederlage hinnehmen. Die bis dato so überzeugenden Wiesbadener verloren das Spitzenspiel gegen den VfL Wolfsburg daheim mit 1:4. So ist auch klar, dass neben dem 1.FC Nürnberg nur noch die Niedersachsen eine weiße Weste vorweisen können. An den Vorzeichen ändert die erste Niederlage des SVWW aber nichts. Nur der Druck liegt nun deutlich bei den Gästen. Sollten die Hessen auch im Frankenland verlieren, dann würden die Titelchancen drastisch sinken. Zumal die Mannschaft von Trainer deCoo in dieser Woche noch nach Duisburg muss. Dort wird der SVWW auf wiedererstarkte Zebras treffen. Der MSV zählt sich nicht ohne Grund zum erweiterten Kreis der Titelanwärter. Relativ entspannt wird Nürnbergs Trainer Dosenbrot in die kommenden Aufgaben gehen. Zu groß ist das Vertrauen in die eigene Mannschaft, die mit Roberto Firmino nur einen nennenswerten Neuzugang vor der 27.Saison begrüßen durfte. Groß also auch das Selbstverständnis innerhalb des Kaders des Rekordmeisters.


    Karten für das Spiel der Woche im Max-Morlock-Stadion gibt es leider keine mehr. Bereits im Vorverkauf wurden die 46.500 Tickets abgesetzt. Auch der SV Wehen Wiesbaden hat sein Gästekontigent von 3.800 Tickets voll ausgeschöpft. Die aktive Fanszene der Hessen wird mit dem Zug ins Frankenland reisen. Dafür warb die Gruppe "Supremos Dilectio" auf der eigenen Homepage.


    Stenogramm:

    1.FC Nürnberg (Dosenbrot) - SV Wehen Wiesbaden (deCoo)

    Stadion: Max-Morlock-Stadion (46.500)

    Fangröße: 33 // 31

    Bester Spieler: de Bruyne (91) // ter Stegen (88)

    ...VDFB seit 2000! Trainerstationen: SC Idar Oberstein, Greuther Fürth(2x), TuS Koblenz, VfL Osnabrück, SV Sandhausen


  • Wiesbaden gelingt Coup


    Da hat der SV Wehen Wiesbaden am heutigen Freitagabend tatsächlich eine kleine Sensation geschafft. Beim Rekordmeister 1.FC Nürnberg siegten die Hessen mit 2:3(1:2). Während die Franken die erste Saisonniederlage verkraften müssen, hat sich die Mannschaft von deCoo mit dem Auswärtssieg eindrucksvoll im Titelrennen zurückgemeldet.


    Am heutigen Abend war in Nürnberg alles hergerichtet für einen schönen Fussballabend. Direkt nach Weihnachten kamen 46.700 Zuschauer ins Max-Morlock-Stadion. Die Heimspielstätte des amtierenden Meisters war dementsprechend ausverkauft. Etwa 4.000 Hessen reisten die knapp 260km gen Süden. Im Frankenland erwartete dem SVWW ein Alles-oder-Nichts Spiel. Fünf Punkte Vorsprung hatte der amtierende Meister vor der Partie auf die deCoo-Elf. Bei einer Pleite und dann acht Punkten Rückstand wäre der Zug um die Meisterschaft wohl endgültig abgefahren gewesen. Wenn man ausgerechnet beim 1.FC Nürnberg dreifach punkten muss, dann steht man wohl vor der schwersten Aufgabe im VDFB. Die Hessen starteten dennoch mutig in die Partie. Vielleicht hatte der Trainer des SVWW die Spieler an die vergangene Spielzeit erinnert, wo die deCoo-Elf die einzige Mannschaft war, die es schaffte den Rekordmeister zu besiegen. Im Max-Morlock-Stadion erwischten die Hessen den besseren Start und gingen nach 14 Minuten früh in Führung. Nkunku schickte seinen Sturmpartner Osimhen steil, der mit einem satten Schuss dem Nürnberger Keeper Gulacsi keine Chance ließ. Der Rekordmeister kam aber zügig ins Spiel zurück. Nach einem Fehler im Spielaufbau der Gäste war es Hakimi, der mit einem tollen Pass den freien Saint-Maximin bediente. Gästekeeper Marc Andre ter Stegen konnte die Situation nur noch mit einem Foul lösen. Den fälligen Elfmeter verwandelte de Bruyne routiniert zum Ausgleich (21.). In der Folge schenkten sich beide Teams nichts, doch zu wirklich gefährlichen Situationen kam es nur noch selten. Erst als sich auch die Nürnberger einen folgenschweren Fehler leisteten, wurde es wieder brandgefährlich. Der Franzose Coman schaltete blitzschnell um und sah in der Mitte den freistehenden Osimhen, der keine Mühe hatte die Gäste erneut in Führung zu bringen (37.). In der Pause wurde es dann ungewohnterweise etwas lauter in der Kabine des Rekordmeisters. Zumindest trat die Mannschaft von Trainer Dosenbrot im ersten Abschnitt der zweiten Halbzeit deutlich zielstrebiger auf. Es war ein wirkliches Powerplay, welches die Franken direkt nach Wiederbeginn aufs Feld brachten. Die Folge war der verdiente Ausgleich in der 52.Minute durch Saint-Maximin. Nun hatte der Rekordmeister Blut geleckt. Mit dem Ausgleichstreffer im Rücken drückte der Club aufs dritte Tor, doch die Dosenbrot-Elf wird nur fünf Minuten nach dem 2:2 eiskalt ausgekontert. Wieder war es Kingsley Comam, der mit blitzschnellem Umschalten das Tor einleitete. Diesmal landete sein Pass bei Nkunku, der Gulacsi keine Abwehrchance ließ. Der Rekordmeister setzte in der Schlussviertelstunde natürlich vermehrt auf die Offensive und dies bot den Gästen weitere Kontersituationen. Doch Konrad Laimer und Osimhen vergaben die Entscheidung. So blieb es bis in die Schlussphase hinein spannend. Der Clubb setze in den letzten Minuten auch auf rohe Gewalt, doch die Hessen bekamen immer wieder ein Abwehrbein dazwischen. So blieb es beim 2:3 Auswärtssieg, welcher wohl den gesamten VDFB aufatmen lässt. Der 1.FCN ist zu knacken!


    Die Tabellensituation hatten wir bereits im Einspann angeklungen. Durch des unerwarteten Auswärtssieges ist der SV Wehen Wiesbaden wieder voll im Rennen um die VDFB Meisterschaft. Der Rückstand zum Rekordmeister beträgt nur noch zwei Zähler. Der lachenende Dritte ist der aktuelle Spitzenreiter VfL Wolfsburg, der wohl heute mit einem großen Grinsen ins Frankenland schaut.




    Trainerstimme (Dosenbrot / 1.FC Nürnberg):


    "Ein Abend der wenigen so richtig Spaß gemacht hat. Wiesbaden macht aus drei Kontern drei Tore, da ist es immer schwer grade gegen die schnellen und wendigen Wehener. Jetzt heißt es die Saison nochmal mit etwas mehr Elan und Spaß fortzuführen, es gibt momentan wichtigere Sachen im Leben eines Trainers beim FCN."




    Trainierstimme (deCoo / SV Wehen Wiesbaden):


    "Die Nürnberger haben uns heute alles abverlangt. Wir haben versucht aus einer kompakten Defensive heraus möglichst lange Ballbesitzphasen zu haben, um den Stress umkehren zu können. Dabei war es wichtig uns auch gute Torchancen zu generieren, aus den wenigen Lücken die der Club anbot. Diese haben wir eiskalt nutzen können. Am Ende haben wir uns mit Mann und Maus gewehrt und wollten diesen Sieg unbedingt über die Ziellinie bringen. Wenn man 3x in Nürnberg führt, möchte man schließlich auch den Dreier mit nach Hause nehmen. Ich bin stolz auf meine Jungs, die sich ein paar Bierchen auf der Heimfahrt redlich verdient haben."




    Stenogramm zum Spiel:


    1.FC Nürnberg (Dosenbrot) - SV Wehen Wiesbaden (deCoo) 2:3(1:2)

    Tore: de Bruyne, Saint-Maximin // Osimhen (2), Nkunku

    Stadion: Max-Morlock-Stadion (46.700)

    Zuschauereinnahmen: 700.500 Euro

    ...VDFB seit 2000! Trainerstationen: SC Idar Oberstein, Greuther Fürth(2x), TuS Koblenz, VfL Osnabrück, SV Sandhausen

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