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| BudSpencerNr20 | deCoo | |||
| Nmecha (1) | (1) Diomande (1) Naderi (4) Brobbey | |||
Brobbey-Festspiele auf dem Betze: Hansa gewinnt gegen die TeufelEs gibt Tage, da erstummt selbst das sonst so lautstarke Fritz-Walter-Stadion ehrfürchtig – oder schlichtweg konsterniert. Der F.C. Hansa Rostock hat den 1. FC Kaiserslautern in dessen eigenem Wohnzimmer mit 6:1 (3:1) förmlich seziert. Während die „Roten Teufel“ noch versuchten, die Betriebstemperatur zu finden, hatte Brian Brobbey das Spiel quasi schon im Alleingang entschieden. Ein Klassenunterschied, der sich nicht nur im Ergebnis, sondern in jeder Pore dieses ungleichen Duells widerspiegelte. Die Partie war noch keine drei Minuten alt, da schlug es zum ersten Mal im Kasten der Pfälzer ein. Brian Brobbey (3.) nutzte die kollektive Tiefschlafphase der Lauterer Hintermannschaft zur frühen Führung. Mit diesem psychologischen Vorteil im Rücken agierte die Kogge wie ein erfahrener Dompteur: kontrolliert, konzentriert und mit einer fast schon aufreizenden Ruhe am Ball. Kaiserslautern kam kaum über die Mittellinie, während Hansa das Leder mit 55% Ballbesitz und einer Pass-Sicherheit (161 zu 119 Pässe) durch die eigenen Reihen zirkulieren ließ, als wäre es eine Trainingseinheit. Noch vor der halben Stunde war die Messe am Betzenberg gelesen. Erneut Brobbey (23., 29.) schraubte das Ergebnis mit einem lupenreinen Hattrick auf 3:0. Dass Nmecha (38.) kurz vor der Pause das 1:3 markierte, wirkte wie ein bloßes statistisches Rauschen im Rostocker Funkverkehr. Lautern bäumte sich zwar kurzzeitig auf, doch Hansa antwortete mit der Souveränität eines Spitzenreiters. Als Brobbey (66.) per Foulelfmeter seinen vierten Streich des Tages vollendete, war auch der letzte Funke Hoffnung in der Pfalz erloschen. Yan Diomande (73.) und der eingewechselte Albin Naderi (80.) machten das Debakel für den FCK schließlich historisch. Ein Blick auf die statistischen Trümmerfelder unterstreicht die Rostocker Dominanz: Ein xGoals-Wert von 5,8 zu 2,6 spricht Bände über die Qualität der herausgespielten Chancen. Während Kaiserslautern sich in sage und schreibe 69 Zweikämpfen aufrieb (und dabei nur lachhafte 11 gewann), reichten Hansa 13 geführte Duelle für den kompletten Kontrollgewinn. Die Gäste waren gedanklich und physisch immer einen Schritt schneller (7 zu 8 Sekunden Balleroberungszeit) und feuerten 14-mal auf das gegnerische Gehäuse, während der FCK lediglich fünf harmlose Versuche zustande brachte. Spieler des Spiels: Brian Brobbey (F.C. Hansa Rostock). Was soll man über diesen Mann noch schreiben? Vier Tore in einem Spiel auf dem Betzenberg – das gelingt sonst nur Legenden. Er war der Fixpunkt der Rostocker Offensive und im gegnerischen Strafraum schlichtweg eine Naturgewalt. Mit einer Note von 9,9 schrammt er nur haarscharf an der Perfektion vorbei, was wohl nur seinem fehlenden Assist geschuldet ist. | ||||

