F.C. Hansa Rostock – Holstein Kiel 4:3



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    Final

    2. Liga - 34. Saison - 29. Spieltag

    Schuster (1)
    Honsak (1)
    Brobbey (2)
    (1) Kühn
    (2) Werner
    Zuschauer: 16.800

    S P I E L B E R I C H T

    Schuster mit dem letzten Wort: Hansa bändigt Kieler Ballbesitz-Lethargie


    Es war ein Nordgipfel, der alles hielt, was er versprach – und vielleicht sogar ein bisschen mehr. In einer turbulenten Partie bezwang der F.C. Hansa Rostock Holstein Kiel mit 4:3 (2:1). Während die „Störche“ phasenweise versuchten, das Spiel mit langen Ballbesitzphasen zu kontrollieren, demonstrierte die Kogge eine Zielstrebigkeit, die den Gästen sichtlich wehtat. Am Ende war es ein Sieg der Effizienz und des größeren Willens, der das Ostseestadion in ein Tollhaus verwandelte.

    Die Partie startete ohne langes Abtasten. Brian Brobbey (11.) eröffnete den Torreigen früh, doch die Freude währte nur kurz, da Werner (14.) postwendend für die Kieler antwortete. Es entwickelte sich ein umkämpftes Spiel, in dem Kiel zwar oft den Ball in den eigenen Reihen hielt, Hansa aber die deutlich gefährlicheren Akzente setzte. Mathias Honsak (37.) belohnte die Bemühungen der Hausherren noch vor dem Wechsel mit der erneuten Führung.

    Nach der Pause schien Brobbey (55.) mit seinem zweiten Treffer den Deckel auf die Partie zu schrauben, doch Holstein bewies Moral. Werner (62.) und Kühn (74.) egalisierten den Vorsprung und brachten die Rostocker kurzzeitig ins Wanken. Doch wer die Kogge in dieser Saison abschreibt, macht den Fehler meist zweimal. In einer packenden Schlussphase war es Schuster (82.), der nach einer Ecke am höchsten stieg und den verdienten 4:3-Endstand markierte.

    Ein Blick auf die statistischen Details verrät, warum der Sieg der Mecklenburger trotz des knappen Ergebnisses folgerichtig war. Zwar hatte Kiel Phasen, in denen sie den Ball gefällig laufen ließen, doch Hansa dominierte die entscheidenden Kategorien: 53 % Ballbesitz und ein deutliches Plus bei den Pässen (174 zu 136) unterstrichen die reifere Spielanlage. Besonders eklatant war die Chancenqualität: Ein xGoals-Wert von 4,2 zu 1,5 für Hansa spricht Bände. Während Kiel aus seinen wenigen Momenten das Maximum herausholte, kreierte der FCH mit 10 zu 5 Schüssen fast doppelt so viele Gelegenheiten.

    Auch in den direkten Duellen behielt die Kogge die Oberhand: Hansa gewann über die Hälfte seiner Zweikämpfe (7 von 13), während Kiel bei 21 geführten Duellen nur sechsmal als Sieger hervorging. Dass die Balleroberungszeit bei Hansa mit 13 Sekunden ungewöhnlich hoch lag (Kiel: 9), war der taktischen Ausrichtung geschuldet, die Gäste kommen zu lassen, um dann blitzschnell und tödlich zuzustechen.

    Spieler des Spiels: Brian Brobbey (F.C. Hansa Rostock). Der Stürmer war einmal mehr die Lebensversicherung der Rostocker. Mit zwei Toren und einer Torvorlage war er an drei der vier Treffer direkt beteiligt. Seine Präsenz im Strafraum und seine Kaltschnäuzigkeit machten ihn zum Albtraum der Kieler Defensive. Mit der Note 8,9 ist er der rechtmäßige Held des Nachmittags.