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| deCoo | Feulner | |||
| Carvalho (1) Brobbey (1) | (1) Cunha (1) Schick | |||
Chancenwucher rächt sich: Hansa verzweifelt an der eigenen BrillanzEs war ein Spiel, das Taktik-Gourmets die Zunge schnalzen ließ, Statistiker in den Wahnsinn trieb und die Fans im Ostseestadion fassungslos zurückließ. Der F.C. Hansa Rostock und der 1. FSV Mainz 05 trennten sich mit einem 2:2 (2:1), das sich für die Hausherren wie eine bittere Niederlage und für die Rheinhessen wie ein Raubüberfall am hellichten Tag anfühlen muss. Dass die Kogge trotz einer drückenden Dominanz und Chancen für drei Spiele nur einen Punkt behielt, lag an einer Mischung aus Mainzer Effizienz und Rostocker Großzügigkeit vor dem Kasten. Die Partie begann standesgemäß. Hansa übernahm sofort die Spielkontrolle und kombinierte sich mit einer spielerischen Leichtigkeit durch die Mainzer Reihen, die den Gästen schwindelig werden ließ. Brian Brobbey (16.) veredelte die Anfangsphase mit der verdienten Führung. Doch Mainz bewies, dass man für Tore kein spielerisches Übergewicht benötigt: Schick (21.) nutzte eine der wenigen Unachtsamkeiten zum Ausgleich. Hansa schüttelte sich kurz, schaltete wieder in den Vorwärtsgang und Fabio Carvalho (29.) stellte nach genialer Vorarbeit des omnipräsenten Brobbey die alte Ordnung wieder her. Zur Pause hätte es angesichts der Rostocker Überlegenheit eigentlich schon „Gute Nacht, Mainz“ heißen müssen. Nach dem Seitenwechsel das gewohnte Bild: Hansa drückte, Hansa zauberte – und Mainz traf. Cunha (56.) markierte den Ausgleich und leitete eine Schlussphase ein, in der das Mainzer Tor wie vernagelt schien. Während die Kogge anrannte und sich Hochkaräter am Fließband erspielte, retteten sich die 05er mit Glück und Geschick über die Zeit. Ein Blick auf die statistischen Trümmerfelder unterstreicht die Absurdität dieses Resultats: Ein xGoals-Wert von 4,0 für Hansa gegenüber mickrigen 1,9 für Mainz spricht Bände über die Qualität der Rostocker Möglichkeiten. Die Hausherren feuerten 9-mal auf das Gehäuse, während Mainz mit 7 Versuchen deutlich sparsamer, aber eben kaltschnäuziger agierte. Besonders süffisant: Mit 21 abgefangenen Bällen und einer Ballrückeroberungs-Zeit von gerade einmal 9 Sekunden (Mainz: 10) dominierte Rostock das Mittelfeld nach Belieben. Mainz hingegen verlegte sich aufs Verteidigen und profitierte von den 5 Paraden ihres Keepers, der die Mainzer Ballbesitzquote von 55 % (Hansa: 45 %) oft nur in der eigenen Hälfte verwalten durfte. Dass Hansa trotz 150 Pässen (Mainz: 189) die deutlich gefährlichere Anlage zeigte und in den Zweikämpfen (21 zu 10) deutlich präsenter war, macht das Unentschieden zu einem mathematischen Rätsel der Saison. Spieler des Spiels: Brian Brobbey (F.C. Hansa Rostock). Er war der Fixpunkt, der Antreiber und der Vollstrecker in Personalunion. Mit einem Tor und einer Vorlage war er an beiden Rostocker Treffern direkt beteiligt und im Mainzer Strafraum schlichtweg nicht zu bändigen. Mit der Note 8,4 ist er der unumstrittene Held eines Spiels, das er eigentlich im Alleingang hätte entscheiden müssen. | ||||

