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| Piskopat | deCoo | |||
| Dinkçi (1) Tosun (1) | (1) Hettwer (1) Carvalho (2) Naderi (2) Brobbey | |||
Schützenfest im Saarland: Hansa-Kogge versenkt Elversberg eiskaltMan nehme eine Prise Rostocker Torhunger, rühre eine gehörige Portion Elversberger Defensiv-Naivität unter und serviere das Ganze mit einem Hauch von Wahnsinn: Fertig ist das saarländische Scheibenschießen, bei dem der F.C. Hansa Rostock am Ende einen 6:2-Kantersieg (3:1) feierte. Während die SVE-Fans noch auf ein Wunder hofften, hatte die Kogge die Kanonen längst geladen und feuerte aus allen Rohren. Die Geschichte der ersten Halbzeit ist schnell erzählt und trägt vor allem einen Namen: Brian Brobbey. Der Rostocker Sturmtank bewies bereits in der 13. Minute, dass er heute keine Gefangenen machen würde. Als er in der 38. Minute zum zweiten Mal einnetzte, schien die Messe an der Kaiserlinde bereits gelesen. Doch das Saarland wehrte sich – zumindest kurz. Tosun (45.) verkürzte zum Anschluss, nur um postwendend die kalte Dusche zu kassieren: Praktisch mit dem Pausenpfiff stellte Fabio Carvalho den alten Abstand wieder her. Ein psychologischer Nackenschlag, von dem sich die Gastgeber so schnell nicht erholen sollten. Nach dem Seitenwechsel keimte kurzzeitig Hoffnung auf, als Dinkci (66.) auf 2:3 stellte. Doch die süffisante Antwort der Gäste ließ nicht einmal drei Minuten auf sich warten: Hettwer (69.) erstickte jegliche Träume von einer Aufholjagd im Keim. In der Schlussphase wurde es dann vollends zum Schaulaufen der Mecklenburger. Der eingewechselte Albin Naderi (84., 86.) schraubte das Ergebnis mit einem Doppelschlag binnen 120 Sekunden in eine Höhe, die für die SVE-Hintermannschaft schlichtweg peinlich wirkte. Ein Blick auf die statistischen Trümmerfelder unterstreicht die Rostocker Dominanz: Ein xGoals-Wert von 5,7 zu 1,2 ist die statistische Variante einer Tracht Prügel. Während Elversberg bei sechs Schüssen immerhin eine ordentliche Effizienz bewies, feuerte Hansa stolze 15-mal auf das Gehäuse der Saarländer. Mit 52 % Ballbesitz und einer Passquote von 169 zu 142 Zuspielen dirigierte Rostock das Geschehen nach Belieben. Besonders bezeichnend: In den Zweikämpfen war die Kogge trotz weniger Versuche deutlich bissiger und gewann 11 ihrer 20 Duelle, während Elversberg aus 26 Versuchen lachhafte fünf Siege verbuchte. Die Balleroberungszeit von jeweils 7 Sekunden zeigt zwar, dass beide Teams früh störten, doch Hansa wusste mit dem gewonnenen Leder deutlich mehr anzufangen. Spieler des Spiels: Fabio Carvalho (Note 9,1). Der Spielgestalter war heute das Hirn der Rostocker Offensiv-Maschine. Mit einem Tor und einer Vorlage war er der Architekt zahlreicher Angriffe und bewies eine Übersicht, die die Elversberger Defensive phasenweise wie Slalomstangen wirken ließ. | ||||

