F.C. Hansa Rostock – 1. FC Heidenheim 3:1



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    2. Liga - 35. Saison - 6. Spieltag

    Lebeau (2)
    Naderi (1)
    (1) De Bruyne
    Zuschauer: 25.500

    S P I E L B E R I C H T

    Der wahre FCH bittet zum Tanz: Rostocker Joker-Gala düpiert Heidenheim


    Was für eine Machtdemonstration an der Ostsee! In einem Duell, das vor allem die Frage nach der rechtmäßigen Vorherrschaft des Kürzels „FCH“ klären sollte, behielt der F.C. Hansa Rostock am Ende mit 3:1 (0:1) die Oberhand. Während die Gäste von der Alb zur Pause noch vom Premierensieg träumten, überrollte die Kogge den „falschen“ FCH im zweiten Durchgang mit einer Wucht, die statistisch eigentlich für drei Spiele gereicht hätte.

    Dabei sah es im ersten Durchgang noch nach einer humorlosen Angelegenheit für die Gäste aus. In einer weitestgehend ausgeglichenen ersten Halbzeit war es Kevin De Bruyne (34.), der die Heidenheimer Führung markierte und den Matchplan der Rostocker vorerst über den Haufen warf. Hansa wirkte zwar bemüht, doch der Ertrag blieb bis zum Pausentee überschaubar.

    Nach dem Seitenwechsel jedoch änderte sich das Bild gewaltig: Fortan spielte nur noch der richtige FCH. Die Kogge schnürte Heidenheim förmlich ein und erspielte sich eine Ballbesitzquote von 58 %. Es entwickelte sich ein Privatduell zwischen der Rostocker Offensive und dem Heidenheimer Aluminium sowie einem glänzend aufgelegten Gästekeeper, der am Ende stolze 5 Paraden verbuchte. Hansa vergab Großchancen am Fließband – ein Blick auf den Erwartete-Tore-Wert (xG) von astronomischen 7,6 gegenüber mickrigen 1,1 der Gäste spricht Bände über die Rostocker Dominanz.

    Die Wende brachten schließlich die goldenen Händchen an der Seitenlinie. Mit den Wechseln in der 74. Minute kam der Erfolg: Adrian Lebeau (77., 82.) drehte die Partie binnen fünf Minuten mit einem Doppelpack im Alleingang. Heidenheim, das offensiv mit nur 5 Schüssen (Hansa: 15) völlig abgemeldet war, fand kein Mittel gegen das Rostocker Pressing, das die Bälle im Schnitt bereits nach 9 Sekunden zurückeroberte.

    Den Schlusspunkt setzte schließlich „Spieler des Spiels“ Ryan Naderi (Note 8,3), der in der 90. Minute zum 3:1-Endstand einnetzte und damit das Märchen der stichenden Joker vollendete. Die Statistik untermauert die Rostocker Überlegenheit in fast allen Belangen: Eine Passgenauigkeit von 92 % und eine Dribbling-Erfolgsquote von 94 % ließen die Heidenheimer Defensive, die zudem 13 abgefangene Bälle hinnehmen musste, phasenweise wie Slalomstangen wirken. Trotz der Heidenheimer Bemühungen in den Zweikämpfen (18 zu 28) blieb der wahre FCH an diesem Tag das Maß der Dinge.

    Spieler des Spiels: Ryan Naderi (Note 8,3). Als einer von drei Jokern brachte er nicht nur frischen Wind, sondern mit seinem späten Treffer auch die endgültige Entscheidung in einem Spiel, das die Kogge eigentlich schon viel früher hätte entscheiden müssen.