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| deCoo | ByKonan | |||
| Krauß (1) Brobbey (1) Naderi (1) | (2) Pereira Lage (1) Touré | |||
Spektakel an der Küste: Naderi rettet das letzte Stück vom Rostocker KuchenWer am Samstagnachmittag einen gemütlichen Ausflug an die Ostsee geplant hatte, wurde im Ostseestadion eines Besseren belehrt. In einer Partie, die an Dramatik kaum zu überbieten war, trennten sich der F.C. Hansa Rostock und der SSV Ulm mit einem wilden 3:3 (1:1). Es war ein Duell auf Augenhöhe, bei dem Hansa zwar optisch leichte Vorteile verbuchte, sich aber fast von der schwäbischen Effizienz überrumpeln ließ – bis der „Last-Minute-Joker“ doch noch zustach. Die Spatzen aus Ulm begannen alles andere als ehrfürchtig. Während Hansa versuchte, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, schlug Bazoumana Touré (26.) eiskalt zur Führung für die Gäste zu. Die Kogge brauchte eine Weile, um den Kompass neu auszurichten, belohnte sich aber kurz vor der Pause durch Brian Brobbey (42.), der den hochverdienten Ausgleich markierte. Zu diesem Zeitpunkt spiegelte das Remis das Geschehen perfekt wider, auch wenn Hansa in den Zweikämpfen mit 13 zu 8 gewonnenen Duellen bereits den etwas bissigeren Eindruck machte. Nach dem Seitenwechsel schien die Partie endgültig in Richtung der Hausherren zu kippen. Krauß (72.) brachte das Stadion mit dem 2:1 zum Beben. Doch wer dachte, Ulm würde nun den Rückzug antreten, sah sich getäuscht. Ein gewisser Pereira Lage (76., 81.) avancierte innerhalb von nur fünf Minuten zum Albtraum der Rostocker Hintermannschaft und drehte die Partie im Alleingang auf 2:3. Plötzlich stand Hansa trotz einer überlegenen Dribbling-Erfolgsquote von 94 % und einer feinen Passgenauigkeit von 84 % mit leeren Händen da. Doch die Moral an der Küste ist bekanntlich wetterfest. In einer furiosen Schlussoffensive war es Albin Naderi (89.), der den Ball zum 3:3-Endstand über die Linie drückte und damit die mathematische Gerechtigkeit wiederherstellte. Ein Blick auf die Statistiken verrät nämlich: Rostock war keineswegs gewillt, die Punkte kampflos abzugeben. Mit einem xGoals-Wert von 2,9 gegenüber 2,4 auf Ulmer Seite hatten die Mecklenburger die etwas hochwertigeren Einschussmöglichkeiten. Interessanterweise überließ Hansa den Gästen phasenweise den Ball (46 % zu 54 % Ballbesitz), glänzte aber durch eine schnellere Umschaltbewegung und bissiges Pressing. Ulm hingegen zeigte sich mit 19 abgefangenen Bällen defensiv äußerst aufmerksam, konnte die individuelle Klasse der Rostocker am Ende aber nicht über volle 90 Minuten neutralisieren. Mit 6 zu 7 Schüssen schenkten sich beide Teams nichts, wobei Ulm mit einer Schusspräzision von 71 % etwas zielgenauer agierte als Hansa (67 %). Spieler des Spiels: Benno Dietze (Note 7,8). Ohne Tor, ohne Assist – und doch der Fels in der Brandung. Dietze überzeugte durch eine unaufgeregte, aber immens wichtige Arbeit im Mittelfeldzentrum. Er war derjenige, der die Ordnung hielt, als das Spiel in der Schlussphase vollends ins Chaos zu stürzen drohte. Seine Übersicht und Ruhe waren der Anker, an dem sich die Kogge zum Punktgewinn hangelte. | ||||

