Heidenheim sucht Hoffnung – kommt jetzt der Neustart von der Seitenlinie?
Der 1. FC Heidenheim steckt tief im Abstiegskampf der 2. Liga. Nach nur zehn absolvierten Spielen steht der Klub mit 7 Punkten und einer Tordifferenz von −20 auf Rang 17. Die Lage ist ernst – und der Trainerstuhl derzeit unbesetzt. Doch hinter den Kulissen bahnt sich Bewegung an.
Ein Name, der zuletzt immer wieder fällt: Tim Roskosch.
Der Coach hatte nach der vergangenen Saison überraschend sein Amt niedergelegt. Nicht aus Resignation, sondern aus Selbstkritik. „Es gab einen Moment, an dem ich ehrlich zu mir selbst sein musste“, heißt es aus seinem Umfeld. Der Trainer habe gespürt, dass ihm die nötige Klarheit fehlte, um seine Mannschaft sportlich weiterzuführen – und zog daraus die Konsequenzen.
Eine Pause, die offenbar Wirkung zeigte.
Roskosch nutzte die Zeit intensiv zur Analyse und Weiterbildung. Besonders im defensiven Verhalten, bei der Absicherung nach Ballverlusten und der Stabilität im Zentrum, habe er gezielt nachgeschärft. An seiner Grundidee hält er jedoch fest: aggressiver, offensiver Ballbesitzfußball, kombiniert mit klaren Strukturen und hoher Spielkontrolle. Genau dieser Ansatz könnte für Heidenheim interessant sein.
Denn der Blick auf den Kader zeigt: Die Qualität ist da. Für die 2. Liga sogar mehr als solide.
Mit mehreren Optionen im defensiven Mittelfeld, kreativer Klasse im Zentrum um Amiri und offensiver Durchschlagskraft durch Mateta und Njinmah bringt die Mannschaft eigentlich alles mit, um sich aus der Gefahrenzone zu befreien. Dass Heidenheim aktuell dennoch so tief steht, hat weniger mit fehlendem Potenzial zu tun – sondern vielmehr mit fehlender Stabilität und klaren Abläufen.
Roskosch soll intern deutlich gemacht haben, dass er den Klassenerhalt als klar formuliertes, realistisches Saisonziel sieht. Kein Aktionismus, keine taktischen Experimente im Wochenrhythmus. Stattdessen: Ordnung, klare Rollen und ein Spielplan, der der Mannschaft Sicherheit gibt – ohne die offensive Identität komplett zu opfern.
Für ihn sei Heidenheim „definitiv ein Verein, der in diese Liga gehört“. Der Kader passe, die Ausgangslage sei schwierig, aber lösbar.
Ob es tatsächlich zur Zusammenarbeit kommt, ist noch offen. Doch eines ist klar: Sollte sich Heidenheim für Tim Roskosch entscheiden, wäre es kein Kurzschluss-Reflex – sondern der Versuch eines strukturierten Neustarts. Mit einem Trainer, der aus eigenen Entscheidungen gelernt hat und nun mit neuer Klarheit zurück an die Seitenlinie drängt.
Der Abstiegskampf ist kein Ort für große Versprechen.
Aber manchmal reicht ein klarer Plan – und jemand, der ihn konsequent verfolgt.