SV Waldhof Mannheim 07 (2) : (3) Alemannia Aachen (20.000 Zuschauer)


  • Bloser (Max Beckmann)
    (Thorsten Schroiff) eViL

    3. BuLi - 16. Saison - 20. Spieltag
    Munteanu (2)
    (1) Herrendörfer
    (2) Chrisantus
    Zuschauer: 20.000

    S P I E L B E R I C H T
    Ausgabe 20/14



    Aachen marschiert weiter

    Im Nachholspiel des 20. Spieltages hatte es die Alemannia mit dem leider sich im Abstiegskampf befindlichen SV Waldhof Mannheim zu tun. Keine leichte Aufgabe, denn mal sah in den letzten Jahren stets schlecht gegen die Waldhof-Buben aus. Außerdem kämpfte die Millionentruppe aus der Kurpfalz um das Überleben. Die Alemannia hatte glücklicherweise nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun, näherte man sich doch der magischen 40-Punkte-Marke.

    Aachen legte gleich los wie die Feuerwehr, getragen von der Euphorie der letzten Spiele. Schon in Minute 3 hatte Aachen die erste Torchance. Gierke spielte auf Chrisantus, der zog einfach einmal ab und zwang Walke schon direkt zu einer Glanzparade. Gerade noch so konnte dieser den Ball um den Pfosten drehen. Die darauffolgende Ecke köpfte Tausendpfund knapp am rechten Torpfosten vorbei. Aachen setzte hier direkt ein Ausrufezeichen. Das Spiel flachte von Minute zu Minute ab. Beide Teams agierten sehr umständlich und ohne jegliche Kreativität. Lange Bälle flogen meist Richtung Aachner Gefahrenzone, die Alemannia rannte sich in der vielbeinigen Mannheim-Defensive fest. So dauerte es bis zur 22 Minute ehe wieder etwas passierte. Ein schöner Steckpass erreichte Sobiech, der brach durch, ein harter Schuss auf das Tor folgte, Waterman konnte den Ball nicht festhalten und liess diesen Ball zur Seite abklatschen. Munteanu stand goldrichtig und bedankte sich mit der ersten richtigen Torchance der Gastgeber zum 1:0. Grenzenloser Jubel bei den Heimfans. Zuvor sind alle Angriffsversuche der Mannheimer im Abseits verpufft. Aachen tat mehr fürs Spiel, doch konnte bisher nichts zählbares herausspringen lassen. Waldhof spielte nun noch aggressiver und versuchte schnell diese überraschende Führung auszubauen. Doch es war die Alemannia, die in erst in Minute 38 wieder berichtenswert einen Angriff vortrug. Brucia durfte eine Ecke ausführen, nachdem die Mannheimer Defensive den Ball in Ping-Pong-Stil nicht klären konnte. Die Ecke wurde lang gezogen, erreichte den Kopf von Chrisantus und dieser vollstreckte eiskalt mit dem Kopf zum verdienten 1:1 Ausgleich. Ein sehr wichtiges Tor im Hinblick auf die Moral für die 2. Halbzeit. Der Schiedsrichter gab sage und schreibe 5 Minuten Nachspielzeit. Und diese Nachspielzeit versuchte Aachen zu nutzen. Chrisantus bekam den Ball im Mittelfeld. Haargenauer Pass auf Gierke der durchstartete. Dieser alleine auf dem Weg zum Tor, holte aus spitzem Winkel zum Schuss aus, fand aber in Walke seinen Meister, der gut parierte, aber dne Ball nicht festhalten konnte. Chrisantus bekam noch eine Nachschuss-Chance, doch Walke, der Teufelskerl konnte erneut parieren. Dann konnte Hillebrand den Ball endlich klären. Der Schiedsrichter pfiff zur Halbzeit.

    Die 2. Halbzeit begann mit Mittelfeldgeplänkel. Es passierte einfach nichts erwähnenswertes. Wie im Tennis gingen die Köpfe der Zuschauer hin und her. Aber der Aufschrei auf den Lippen blieb stumm. Nachdem Mannheim gut, aber recht einfallslos nach vorne alles versucht hatte, konnte Banser sich den Ball im Mittelfeld schnappen, marschierte mit viel Einsatz nach vorne über den Flügel, schlug eine sehr gute Flanke auf Chrisantus, doch dessen gut getimeter Kopfball landete ungefährlich in den Armen von Walke. Jetzt spielte wieder nur noch Aachen. Herrendörfer erhielt in der 69. Minute an der rechten Strafraumkante den Ball von Höger, tanzte Sienkiewicz eiskalt aus, zog in den Strafraum, schoss, der Ball wurde noch abgefälscht von Hillebrand und landete doch noch im Tor zur 2:1 Führung für die Kaiserstädter. Eine sehr unglückliche Entstehung aus Sicht der Gastgeber, aber hochverdient. Nur 3 Minuten später wieder Aachen. Chrisantus bekam den Ball vor dem Strafraum zugespielt, guckte sich den Torwart aus, schoss, aber der Ball ging ganz knapp neben dem linken Pfosten vorbei. Aachen drückte weiter. Doch in der 83. Minute machten sich die eigentlich demoralisiert wirkenden Gastgeber nochmals auf Richtung Strafraum der Gäste. Immerhin der 2. Angriff der Mannheimer, der erwähnenswert zu sein schien. Carlos Eduardo kam über die linke Flanke, schlug einen schönen Ball in den Sechzehner genau auf den Kopf von Sobiech, doch heraus kam nur ein schlechter und harmloser Kopfball. Aachen wollte klären, doch dies misslang gründlich. Sobiech kam nochmal, durch Schlafmützigkeit von M`Bock, an den Ball, schoss direkt, Waterman parierte, doch die Pille ging nur zur Seite, Munteanu hielt nur den Fuss hin und vollstreckte effektiv zum Ausgleich. Schock in den Gesichtern der Alemannia. Wie konnte das passieren? Die Zeit rann nur noch. Fassungslosigkeit im Gesicht des Aachener Trainers. Doch die Öcher gaben nicht auf. Gierke wurde in der 86. geschickt von Herrendörfer, der schaute und spielte den Ball gefühlvoll in die Mitte auf den frei stehenden Chrisantus. Doch wie so oft in diesem Spiel konnte Torhüter Walke den Ball irgendwie noch glücklich halten, sicher allerdings erst im Nachfassen. Diese Situation hatte etwas von Slapstick. Die letzte Minute lief jetzt. Irgendwie wurde der Ball von einem Mannheimer im Mittelfeld direkt zu Brucia abgefälscht, der reagierte schnell auf dem rechten Flügel. Stürmte los Richtung Strafraum, schaute, spielte flach auf den im Sechzehner lauernden Chrisantus. Dieser drehte sich, schaute und schoss den Ball mit der Picke flach aufs Gehäuse von Walke. Dieser konnte nur verduzt schauen und musste den Ball ohne Abwehrchance passieren lassen zur erneuten Führung für die Alemannia. 3:2 und ein springender Trainer Schroiff auf der Trainerbank. Wer hätte das jetzt noch erwartet? Zweifellos eine hochverdiente Führung. Die Nachspielzeit lief jetzt. 2 Minuten wurde noch obendrauf gegeben. Von Mannheim kam kein Aufbäumen mehr. Die Moral war entgültig gebrochen. Brucia kam nocheinmal, diesmal über den linken Flügel, passte auf Gierke, der erneut durch, hatte die Möglichkeit den Ball auf den wartenden Chrisantus querzulegen, doch entschied sich für einen Schuss. Walke konnte diese Chance souverän entschärfen. Danach war Schluss und man sah nur jubelnde Schwarz-Gelbe im Stadion.

    Trainerstimmen:
    Trainer Schroiff: "Puh was für eine Herkulesaufgabe hier und heute. Ich bin froh, dass meine Mannschaft nie aufgegeben hat und sich den Sieg mit einer tollen Mannschaftsleistung verdiente. Ich wünsche meinem Trainerkollegen noch viel Erfolg im Kampf um den Ligaverbleib. Mit dieser Effektivität habe ich keine Sorgen, dass dies noch gelingen wird."

    Trainer Bloser: "Kommentar folgt vielleicht noch"