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| Marseiler (1) | (3) Brobbey | |||
Lilien-Sturm verpufft im Brobbey-Express: Hansa trotzt dem frühen SchockMan nehme einen klassischen Fehlstart, schüttle ihn kurz ab und antworte mit purer, physischer Gewalt vor dem Tor: Der F.C. Hansa Rostock hat beim SV Darmstadt 98 einen 3:1 (2:1)-Auswärtssieg eingefahren, der am Ende die Machtverhältnisse im deutschen Unterhaus recht deutlich widerspiegelte. Dabei begannen die Hessen, als wollten sie die Gäste im Alleingang vom Platz fegen, nur um nach zehn Minuten festzustellen, dass Hansa an diesem Tag keine Lust auf Geschenke hatte – außer man heißt Brian Brobbey. Darmstadt legte los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Die Gastgeber ließen Hansa überhaupt nicht an das Spielgerät und pressten so hoch, dass die Rostocker Defensive kaum zum Atmen kam. Die Belohnung folgte auf dem Fuß: Marseiler (3.) schweißte die Kugel zur frühen Führung ein und ließ das Böllenfalltor beben. Die Gäste mussten sich erst einmal kräftig schütteln, profitierten dann aber von einer gehörigen Portion Spielglück. Quasi aus dem Nichts staubte Brobbey (12.) zum Ausgleich ab – ein Wirkungstreffer, der den Lilien sichtlich den Stecker zog. Fortan übernahm die Kogge das Kommando und kontrollierte mit 62% Ballbesitz das Geschehen, was folgerichtig noch vor dem Pausentee zur Führung durch den omnipräsenten Brobbey (40.) führte. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Hansa kombinierte gefällig (166 Pässe gegenüber 117 der Hausherren), verfiel jedoch phasenweise in eine beinahe schon fahrlässige Chancenwucherung. Erst als Brobbey (70.) mit seinem dritten Streich zum 1:3 einnetzte, war die Erlösung auf der Rostocker Bank greifbar. Die Schlussphase glich einer kontrollierten Übungseinheit, bei der die Gäste nichts mehr anbrennen ließen. Die Statistik untermauert die Dominanz der Mecklenburger: Ein xGoals-Wert von 4,9 zu 2,3 spricht eine deutliche Sprache – wer so viele qualitativ hochwertige Abschlüsse kreiert, darf den Platz eigentlich nicht ohne Dreier verlassen. Darmstadt mühte sich zwar redlich und suchte das Heil in der Zweikampfhärte (36 geführte Duelle gegenüber nur 14 bei Hansa), doch die Rostocker gewannen davon satte 50%, während die Lilien mit nur neun gewonnenen Duellen (25%) erschreckend zahm blieben. Am Ende reichte Hansa eine abgeklärte Leistung und ein eiskalter Vollstrecker, um die drei Punkte sicher in den Bus nach Rostock zu verladen. Spieler des Spiels: Brian Brobbey (F.C. Hansa Rostock). Was soll man zu diesem Arbeitstag noch sagen? Drei Chancen, drei Tore – eine Quote, die in der Kabine sicher für das eine oder andere Kaltgetränk sorgt. Er war der Fixpunkt der Rostocker Offensive und am Ende schlicht der Unterschied zwischen einer mutigen Darmstädter Anfangsphase und einem souveränen Auswärtssieg. Mit der Note 8,5 belohnt, ist er der unumstrittene Held des Nachmittags. | ||||

