Gruppe C:
Ukraine - Schottland
Ukraine - Schottland
7:6
Torfestival in Kiew – Ukraine ringt Schottland mit 7:6 nieder
Unter Flutlicht im brodelnden Olympiastadion von Kiew entwickelt sich ein Spiel, das selbst für neutrale Zuschauer kaum zu fassen ist. Die Fans peitschen ihre Mannschaft von Beginn an nach vorne – und bekommen ein Spektakel, das eher an ein offensives Freundschaftsspiel als an ein intensives Pflichtspiel erinnert.
Die Ukraine startet furios: Bereits in der 6. Minute schaltet das Team blitzschnell um, Heorhij Sudakow schickt Wladyslaw Vanat steil, der alleine vor Gunn die Nerven behält – 1:0. Doch die Antwort der Schotten kommt unmittelbar. Direkt nach dem Anstoß kombinieren sich die „Bravehearts“ sehenswert nach vorne, John McGinn lässt einen Verteidiger stehen und gleicht aus (8.).
Das Spiel verliert danach komplett jede Ordnung. Vanat nutzt einen Aufbaufehler zum 2:1 (9.), ehe Che Adams nach Vorarbeit von Lyndon Dykes wieder ausgleicht (13.). Schottland wirkt in dieser Phase zielstrebiger und dreht die Partie: McGinn trifft erst per Kopf nach Flanke von Doak (23.) und legt nach einer einstudierten Ecke mit einem starken Schlenzer das 2:4 nach (28.).
Trotz der Rückschläge bleibt die Ukraine im Spiel – getragen von der lautstarken Kulisse. Kurz nach der Pause sorgt Artem Dovbyk mit einer starken Einzelaktion für den Anschluss (49.). Nur drei Minuten später kippt das Spiel erneut: Ein katastrophaler Fehlpass von Andrew Robertson landet bei Malinowskyj, der sofort auf Vanat weiterleitet – dieser setzt sich gegen zwei Verteidiger durch und gleicht zum 4:4 aus (52.).
Doch auch das ist nur eine Momentaufnahme. Schottland zeigt erneut seine offensive Qualität: Nach einer sauberen Kombination am Strafraum legt McTominay quer auf Ferguson, der mit einer starken Bewegung zwei Verteidiger stehen lässt und unter die Latte trifft (58.).
Wieder antwortet die Ukraine – und wieder über ihre schnellen Umschaltmomente. Vanat bedient Sudakow, der frei vor dem Tor zum 5:5 einschiebt (65.). Die Partie wird zunehmend wilder, Räume entstehen auf beiden Seiten. Che Adams nutzt das spektakulär aus: Nach einer halbhohen Hereingabe von Doak nimmt er den Ball an und trifft per Seitfallzieher zur erneuten Führung (69.).
Doch die Ukraine hat an diesem Abend immer eine Antwort. Der eingewechselte Nazarenko wird von Sudakow perfekt in die Tiefe geschickt und gleicht zum 6:6 aus (74.). Die Stimmung im Stadion erreicht ihren Höhepunkt – jeder Angriff wirkt jetzt brandgefährlich.
Die Entscheidung fällt schließlich in der Schlussphase: Veleten spielt einen Ball in die Spitze, Nazarenko bleibt mit etwas Glück am Ball und schiebt zum umjubelten 7:6 ein. Kiew explodiert.
Ein Spiel, das defensiv kaum Struktur hatte, aber offensiv alles geboten hat. Beide Mannschaften mit enormer Durchschlagskraft – allerdings auch mit großen Abstimmungsproblemen im eigenen Spiel gegen den Ball. Die Ukraine entscheidet dieses wilde Duell letztlich für sich, weil sie sich auch nach Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen ließ und vor heimischem Publikum immer wieder zurückkam.
1:0 – Wladyslaw Vanat (6.)
1:1 – John McGinn (8.)
2:1 – Wladyslaw Vanat (9.)
2:2 – Che Adams (13.)
2:3 – John McGinn (23.)
2:4 – John McGinn (28.)
HZ
3:4 – Artem Dovbyk (49.)
4:4 – Wladyslaw Vanat (52.)
4:5 – Lewis Ferguson (58.)
5:5 – Heorhij Sudakow (65.)
5:6 – Che Adams (69.)
6:6 – Nazarenko (74.)
7:6 – Nazarenko (83.)