SG Dynamo Dresden – F.C. Hansa Rostock 6:8



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    deCoo

    2. Liga - 35. Saison - 11. Spieltag

    Vargas (1)
    Burke (2)
    Kluivert (1)
    Hollerbach (2)
    (1) Eigentor
    (1) Ingelsson
    (1) Agu
    (2) Honsak
    (1) Krauß
    (1) Lebeau
    (1) Hettwer
    Zuschauer: 28.500

    S P I E L B E R I C H T

    Spektakel in Elbflorenz: Hansa bändigt das Chaos in einer historischen Torflut


    Man nehme eine Prise defensiven Tiefschlaf, garniere das Ganze mit einer absurden Offensivlust und serviere es vor einer fassungslosen Kulisse: Das Ost-Duell zwischen Dynamo Dresden und dem F.C. Hansa Rostock sprengte beim 6:8 (1:4) alle bekannten Dimensionen. Dass die Kogge trotz eines spielerischen Übergewichts, das für drei Siege gereicht hätte, am Ende fast noch über die eigenen Füße stolperte, verlieh diesem geschichtsträchtigen Nachmittag eine fast schon komödiantische Note.

    Die erste Halbzeit im Rudolf-Harbig-Stadion glich einer Machtdemonstration der Gäste. Rostock dominierte das Geschehen mit einer Ballbesitzquote von 63 % und einer Passgenauigkeit von 85 % nach Belieben. Krauß (14.), Agu (27.) und Honsak (31.) schossen eine komfortable Führung heraus, wobei Dynamo-Pechvogel Rosenfelder (36.) per Eigentor zum 1:4-Pausenstand sogar noch kräftig mithalf. Zu diesem Zeitpunkt schien die Messe in Dresden bereits gelesen, die Dominanz der Mecklenburger drückte sich in 21 Schüssen und einem astronomischen xGoals-Wert von 8,7 aus.

    Doch was nach dem Seitenwechsel und Ingelssons Treffer zum 1:5 (52.) passierte, spottet jeder taktischen Beschreibung. Hansa verfiel in eine beispiellose Phase der defensiven Selbstaufgabe und legte sich die Bälle durch haarsträubende Fehler beinahe selbst ins Nest. Dresden, angeführt vom überragenden Spieler des Spiels Hollerbach (Note 9,2), witterte Morgenluft. Mit zwei Toren und zwei Assists trieb er sein Team an, das plötzlich auf 4:5 (66.) heranrückte.

    Es entwickelte sich ein absurder Schlagabtausch: Jedes Mal, wenn Hansa durch Honsak (71.) oder Lebeau (84.) den vermeintlichen Deckel draufmachte, antwortete Dynamo postwendend. Die Hausherren zeigten sich mit einer Schusspräzision von 89 % beängstigend effizient, während Rostock trotz der acht Treffer beinahe sträflich viel liegen ließ. Erst Hettwer (90.) erlöste die mitgereisten Hansa-Fans in der Nachspielzeit mit dem Treffer zum 6:8-Endstand.

    Die nackten Zahlen des Wahnsinns: Hansa eroberte die Bälle im Schnitt bereits nach 6 Sekunden zurück, während Dresden (7 Sek.) vor allem von den Rostocker Einladungen profitierte. Dass Dynamo-Keeper trotz sechs Gegentoren in der regulären Statistik stolze 9 Paraden verbuchte, unterstreicht, wie sehr Hansa den Gegner trotz der eigenen Wackel-Abwehr phasenweise einschnürte. Mit 10 gewonnenen Zweikämpfen und 20 abgefangenen Bällen behielt Hansa letztlich die Oberhand, auch wenn man sich den Sieg beinahe selbst verwehrt hätte.

    Spieler des Spiels: Hollerbach (Dynamo Dresden). In einem Spiel, das eigentlich der Kogge gehörte, ragte er mit seiner Brillanz heraus. Seine zwei Tore und zwei Vorlagen brachten Dresden zurück ins Spiel und machten ihn zum Fixpunkt einer Aufholjagd, die am Ende nur knapp nicht belohnt wurde.