Klarer Sieg durch harte Arbeit: 3:0 gegen den FCN
Mit einem klaren Sieg gegen den 1. FC Nürnberg beweisen die 05er endgültig die Haltlosigkeit der zuvor mehrfach unterstellten neuen Heimschwäche. Die Franken halten zwar wie ihre über 1900 Fans streckenweise mit, können aber nichts Entscheidendes zum Ergebnis beitragen.
Bei bester Flutlichtatmosphäre wies der Rasen am Bruchweg nur noch kleine Spuren des Wintereinbruchs auf. In der Startformation der Tuchel-Elf kehrte dagegen erstmals eine Art Kältestarre ein, Christian Wetklo und Marcel Risse standen nach kurzfristig auskurierten Verletzungen wieder von Beginn an auf dem Platz, Malik Fathi besetzte erneut die linke Defensivposition hinter Christian Fuchs.
Schiedsrichter Peter Gagelmann erwies sich schon in der Anfangsphase als Aktivposten, Marco Caligiuri sah in der dritten Minute die gelbe Karte nach einem Tackling in der gegnerischen Hälfte, drei Minuten später war es Dominic Maroh vom Club, der sich die erste Verwarnung einhandelte. Während die Gastgeber mit immensem Aufwand und über viele Anspielstationen Näherung an das Tor von Raphael Schäfer suchten, wurde Christian Wetklo vor allem über Standards und lange Bälle in den Rücken der offensiv agierenden Mainzer Viererkette gefordert. Der Keeper spielte gut mit und vereitelte die erste Großchance der Franken in der 10. Minute mit einer Klasseparade gegen Mike Frantz aus kurzer Distanz. Beide Mannschaften arbeiteten mit schnellem Angriffsfußball gegen die Kälte, die Partie war reich an Tempo und Strafraumszenen, wenngleich keine zwingenden Möglichkeiten heraussprangen. Mit der ersten Standardsituation der Hausherren in aussichtsreicher Position änderte sich dies schlagartig: Christian Fuchs brachte eine gute Ecke von links in den Strafraum, André Schürrle, der zweite Mainzer am Ball, verwandelte eiskalt zum 1:0 (26. Minute), Raphael Schäfer hatte keine Chance zur Abwehr. Ähnlich hätte es vier Minuten später ausgesehen, Christian Fuchs zirkelte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld haarscharf neben den Pfosten. In den letzten Minuten des ersten Durchgangs blieb es bei der nicht unverdienten aber auch nicht ungefährdeten Führung für die Mainzer, André Schürrle sah noch Gelb, Christian Wetklo einen Schuss des Clubs nach einer Ecke neben sich an die Bande krachen.
Personell unverändert und mit vergleichbar hoher Aktivität kamen beide Teams aus der Kabine, Ilkay Gündogan hämmerte einen Weitschuss nach Freistoßsituation knapp über die Latte, Adam Szalai setzte seinen Heber im Gegenangriff ebenfalls etwas zu hoch an (48. Minute). Christian Wetklo konnte ebenso aktiv am Spielgeschehen teilnehmen, der Freistoß von Julian Schieber bereitete ihm wenig Probleme. Vorausgegangen war ein Blockieren des Balles durch Nikolce Noveski, was Peter Gagelmann umgehend mit gelber Karte ahndete. Besser machten es die 05er und auch Nikolce Noveski in der nächsten Szene: Christian Fuchs brachte seinen Freistoß von links durch den Strafraum, am langen Eck stand der Mainzer Kapitän goldrichtig und netzte ein. Die Chance nochmals zu erhöhen hatte dann André Schürrle. Der Neu-Nationalspieler startete durch, kam im Strafraum nach Körperkontakt mit einem Gegenspieler zu Fall, doch der Pfiff blieb aus und damit auch der von den Zuschauern erhoffte Elfmeter. Anders lief es wenige Minuten später, doch diesmal bedeutete der Pfiff die Abseitsstellung des Stürmers. Vorausgegangen war eine schöne Kombination über Adam Szalai, der drei Clubberer ins Leere laufen ließ und dann geschickt auf Marcel Risse an der Seitenlinie ablegte, der die Flanke auf den im Abseits positionierten André Schürrle spielen konnte. Dieter Hecking wechselte im Anschluß gleich zweimal auf seinen Offensiv-Positionen, der 19 jährige Robert Mak und der nur ein Jahr ältere Mehmet Ekici ersetzten Eigler und Frantz. Robert Mak fand sich zentral als zweite Spitze neben Julian Schieber ein. Andreas Ivanschitz, nur zwei Minuten später eingewechselt, unterstütze Adam Szalai und Sami Allagui, der in der 75. Minute für André Schürrle kam, aus der Spielmacherposition der 05er. Mit Marek Mintal kam für Rechtsverteidiger Judt dann auch noch die letzte offensive Hoffnung von der Nürnberger Bank, doch im Vorwärtsgang waren weiterhin vor allem die Mainzer. So sorgte die regelrechte Wechselorgie zwar für Belebung des Spiels in der Schlussphase, aber nicht für mehr Torgefahr. Marco Caligiuri durfte nach einer guten Partie sieben Minuten vor Abpfiff auch unter die Dusche, für ihn kam Routinier Miroslav Karhan. Sami Allagui konnte in der 85. Spielminute erneut als Joker glänzen, mit einem wunderschönen Heber über Raphael Schäfer brachte er die endgültige Entscheidung dieser intensiven Partie und bescherte den lautstark feiernden Fans einen gelungenen Start ins Wochenende.
Für Dieter Hecking war das Spiel dann auch "schnell in Worte zu fassen: Wir haben die erste halbe Stunde ein sehr gutes Auswärtsspiel gezeigt. Sehr ärgerlich, dann anch einem Eckball hinten zu liegen. Auch das zweite Tor wieder über einen Standard, wobei das sehr gut gespielt war von André Schürrle. Wir haben versucht, zurückzukommen, laufen dann ins 3:0. Eine vermeidbare Niederlage, die verdient war, aber etwas zu hoch ausfiel. Wir hätten einfach wacher sein müssen"
Im letzten Punkt stimmte auch Thomas Tuchel zu: "Die Statistik belegt, wie eng das Spiel war. Enger als das Ergebnis. Aber es ist keine Schande, auch mal über den Weg der Standards so einen Sieg zu erzwingen. Letztlich sind die drei Punkte verdient, wir haben es geschafft, den Druck hoch zu halten, stets ins Gegenpressing zu gehen und eine große Willensleistung gezeigt."
1. FSV Mainz 05: Wetklo – Zabavnik, Bungert, Noveski, Fathi – Caligiuri (83. Karhan), Polanski – Risse (69. Ivanschitz), Fuchs – , Schürrle, Szalai
Trainer: Thomas Tuchel
1. FC Nürnberg: Schäfer – Judt (76. Mintal), Maroh, Wolf, Bieler – Hegeler, Simons – Eigler (67. Ekici), Gündogan, Frantz (67. Mak) – Schieber
Trainer: Dieter Hecking
Schiedsrichter: Peter Gagelmann
Tore: 1:0 Schürrle (26.), 2:0 Noveski (54.), 3:0 Allagui (85.)
Zuschauer: 20.300