Kieler Nachrichten
BBB-Mit Bug, Budget und Bauchweh in die neue Saison
An der Förde ist wieder Aufbruchsstimmung – oder zumindest das, was man in Kiel darunter versteht: ein leicht resigniertes Schulterzucken, zusammen mit vorsichtigem Optimismus. Denn nächste Woche startet Holstein Kiel in die neue Saison – mit exakt demselben Kader wie am Ende der letzten. Nicht, weil man das Vertrauen in die Mannschaft so sehr liebt, sondern weil einfach easy gesagt kein Geld da ist.
Der Transfermarkt ist nämlich laut Vereinsangaben „völlig außer Kontrolle geraten“. Fast eine Million Euro für einen Amateur-Torwart? Was sieht man da auf dem TM? In Kiel nennt man so etwas wirtschaftliche Fantasie, in München mit dem neuen Trainer DerFighter
nennt man es Kaffeekasse. Daher wartet man geduldig ab, bis die Preise wieder sinken – oder bis jemand aus Versehen seinen Topspieler auf eBay Kleinanzeigen einstellt.
Doch die Vorbereitung verlief nicht ohne Drama: Ein Controller-Defekt lähmte wochenlang das Training. EA hat zum Saisonstart offenbar ein Spiel geliefert, das alles kann, außer funktionieren. Statt Pressing zu üben, übte man also: Neustart-Taste drücken. Nix ging, teilweise konnte man gar keine Trainings abhalten. Auch andere Trainer wie bergsen08
berichten von ominösen Spielabbrüchen. Da scheint EA wohl teilweise Quatsch mit Soße produziert zu haben.
Trotz aller Widrigkeiten zeigt sich Trainer Alexander K. aber kämpferisch: „Wir haben dieselben Spieler, dieselben Probleme, dieselben Bugs – das gibt uns Stabilität.“ Und tatsächlich: Nach dem Vorjahres-Wunder mit Tabellenplatz 9 glaubt man fest daran, auch diesmal wieder knapp nicht abzusteigen :).
Sportlich gesehen ist die Lage allerdings angespannt:
- Hwang hat laut interner Datenanalyse „etwas Geschwindigkeit verloren“. Man munkelt, er wurde beim letzten Sprinttraining von einem Linienrichter überholt
- Matondo spielt plötzlich, als hätte jemand seinen Turbo deinstalliert
- Elmas und Ampadu wurden vom Spielsystem auf neue Positionen versetzt, was in Kiel für blankes Entsetzen sorgte.
Aber wie man an der Förde so schön sagt: „Wenn EA meint, das passt schon, dann passt das schon – irgendwann.“ - Eigentliche Erstliga-Toptrainer wie deCoo
die mit weitaus mehr Erfahrung aus den letzten Jahren sogar Topspieler wie Dembelé und co. trainierten, sind nun plötzlich Gegner in der 2. Liga. Man freut sich schon auf die 2 0:6 Niederlagen.
Im Landespokal Nord wartet übrigens der erste Gegner: VfL Bochum. Eine lösbare Aufgabe – oder auch nicht. Immerhin plant man, den ersten Saisonsieg direkt dort zu feiern, bevor man sich wieder wochenlang mit „unglücklichen Niederlagen“ beschäftigt.
Fazit:
Holstein Kiel startet in die Saison mit Mut, Bugs und minimalem Budget. Man wird um den Klassenerhalt kämpfen, sich über EA ärgern, den Transfermarkt verfluchen – und am Ende doch wieder irgendwie durchkommen. Denn eines ist sicher: Kiel übersteht alles. Selbst EA. Hoffentlich.