
Kicker - Bundesliga (02, 18.11.25)
Im Fußball ist die Wahrheit von Gestern oftmals die Lüge von Heute. Ein weiteres Beispiel hierfür ist der Rekordmeister. In der ersten Ausgabe des Kickers, nach nur drei gespielten Spielen in der Liga, schon fast zum Meister gekürt, laufen die Franken nur sieben Tage später der Musik plötzlich hinterher. Auslöser ist der vergangene Freitag gewesen, an dem sich im regnerischen Bremen ein Szenario abspielte, welches im VDFB durchaus Seltenheitswert besitzt. Der 1.FC Nürnberg verlor ein Pflichtspiel in der Eliteliga. Ausgerechnet beim größten Konkurrenten kam die Dosenbrot-Elf nicht an ihre Leistungsgrenze heran und das obwohl Leon Goretzka die Franken bereits nach vier Minuten in Führung brachte. Wimmer (8.), Thuram (22.) und wieder Wimmer (24.) drehten das Spiel zugunsten der Norddeutschen noch vor dem Halbzeitpfiff. Als dann nach der Pause Thuram (64.) ebenfalls seinen zweiten Treffer nachlegte, war die Messe für den amtierenden Meister gelesen. Nmechas (75.) Anschlusstreffer kam zu spät und brachte keine Spannung mehr ins verregnete Weserstadion. Spannend ist dagegen wieder der Kampf um die deutsche Meisterschaft. Durch den prestigeträchtigen Sieg vor heimischer Kulisse rangieren die Bremer in der Tabelle nun einen Zähler vor dem Rekordmeister. Dieser konnte die Pleite im hohen Norden aber gut verdauen. Nur Stunden nach der Rückkehr aus Bremen schossen die Franken nämlich Hannover 96 aus dem eigenen Stadion und betrieben beim 7:2 Heimsieg Wiedergutmachung für die Niederlage im Spitzenspiel.

Abermals neuer Wind an der Donau - Fragezeichen in Leipzig
Relativ schnell haben es die Verantwortlichen in Ulm geschafft einen Nachfolger für den ausgeschiedenen Bladefilius vorzustellen. Mit Fabrice übernimmt ein noch unerfahrener Trainer die Aufgabe beim SSV. Fabrice ist bereits der fünfte Fussball-Lehrer in diesem Jahr, der sich der Aufgabe in Ulm annimmt. Mit jeder neuen Vorstellung bricht neue Hoffnung aus endlich den richtigen Mann für die Zukunft gefunden zu haben. Wer beim SSV an das große Geld und überteuerte Stars denkt, der wird nicht fündig werden. An der Donau wirkt das Abenteuer Eliteliga eher wie ein Überlebenskampf im Dschungel. Da ist es vielleicht gar nicht schlecht, dass der neue Trainer eine Art jugendlichen Leichtsinn mit nach Ulm bringt. Sportlich begann das Abenteuer von Fabrice mit einer echten Achterbahnfahrt. Während die Fans nach dem gelungenen Debüt in Regensburg (6:0) ähnlich hoch wie Tarzan sprangen, folgte am heutigen Dienstag beim Heimdebüt gegen Wehen Wiesbaden (1:7) der Fall zurück auf den harten Dschungelboden. Eine Achterbahnfahrt würden derzeit wohl auch die Fans von RB Leipzig in Kauf nehmen, doch ihre Bahn kommt noch nicht so wirklich in Fahrt. Dabei sitzen die Gäste allesamt auf ihren bezahlten Plätzen. Gestartet ist die Reise auch eigentlich schon, beim torreichen Remis in Düsseldorf. Doch seither steht die Bahn zum Leidwesen aller Beteiligten still. Auch der Unmut bei den Fans wird langsam größer, aber noch gilt der seit zwei Wochen im Amt sitzende IXSneaX als nicht gefährdet.
Lucky Punch sorgt für Freude bei den Zebras - BVB hält Druck stand!
Es war mehr als ein normaler Siegtreffer in letzter Sekunde in einer engen Partie. Das Tor von Ansgar Knauff zum 4:3 beim heutigen 4:3-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart löste beim MSV Duisburg nicht nur Freundentänze aus, sondern er brachte einen fast schon verloren gegangenen Glauben zurück nach Meiderich. Die Zebras können es auch dreckig. Am heutigen Dienstagabend bewies die Mannschaft von Trainer Chefkopf zudem Comebackqualitäten. Nach Toren von Nusa und Moukoko (2x) lag der MSV nach einer halben Stunde bereits mit 1:3 zurück, fand aber auch aufgrund des schnellen Anschlusstreffers von Bellingham (35.) zügig zurück in die Partie. Eine demonstrierte Stärke, die den Spielern für die kommenden Wochen weiteres Selbstvertrauen geben wird. Die Hoffnung auf einen besseren Saisonverlauf ist auch bei Borussia Dortmund zurück. Die Borussia stand nach dem verkorksten Saisonstart in Wolfsburg mächtig unter Druck, löste die Aufgabe aber mit Bravour. Durch den klaren Auswärtserfolg (8:2) nahm BVB-Cheftrainer Sec also erstmal den Druck vom Kessel.

Kraichgauer untermauern eigene Ambitionen!
An Zielen kannst du wachsen, sie können dir Orientierung und Halt geben oder sie bringen dich zu Fall. Im Kraichgau war man vor der Saison euphorisch. Neuer Trainer, ordentliches Budget und ein konkurrenzfähiger Kader veranlassten die Verantwortlichen dazu Platz 6 als Saisonziel auszugeben. Nach den ersten Wochen darf man gewiss feststellen die Verantwortlichen im Kraichgau konnten ihre Fähigkeiten gut einschätzen. Das Team mit dem neuen Trainer Ceres am Spielfeldrand liefert nämlich regelmäßig ab, zuletzt vor wenigen Stunden beim Auswärtsspiel in Stuttgart. In Bad Cannstatt untermauerte die TSG ihre Ambitionen. Beim 8:3 Erfolg erniedrigten die Kraichgauer den VfB vor heimischem Publikum. Auch tabellerisch war der zweite Auswärtssieg in dieser Saison von Bedeutung. Durch den Sieg in Stuttgart verkürzte die Ceres-Elf den Abstand auf den VfB, und somit auf einen der direkten Konkurrenten, auf einen Zähler. Gut möglich, dass sich die TSG für ihr Vorhaben in dieser Saison noch einmal auf dem Transfermarkt verstärken wird. In der Offensive scheint wenig Bedarf zu bestehen. Torjäger Isak steht nach sieben Spielen bereits bei acht Treffern und auch die beiden offensiven Mittelfeldspieler Olmo und Pulisic (beide 6 Treffer) zeigen sich in dieser Saison vor dem gegnerischen Tor eiskalt. Anders sieht es in der Defensive aus, wo die erfahrenen Tapsoba und Simakan die Stützpfeiler darstellen. Vor einigen Wochen stieß mit Advincula bereits ein weiterer Rechtsverteidiger zum Team hinzu. Der Peruaner kam vom Zweitligisten Mainz 05 in den Kraichgau. Bei der TSG wird Advincula mit dem Spanier Odriozola den Kampf um den Stammplatz auf der rechten Seite führen. Auf der anderen Seite hat Bjorkan derzeit noch einen Freifahrtschein, zumindest wird seinem Konkurrenten Kleinhansl die Eliteliga noch nicht zugetraut. Also durchaus vorstellbar, dass auf dieser Position in den kommenden Wochen noch Bewegung reinkommt, um für das hochgesteckte Saisonziel weiter an Stabilität zu gewinnen.
